Berlin : Es trifft die Schwächsten

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Es ist schon erstaunlich, wie sich das Prinzip der nicht eingehaltenen Wahlversprechen immer wiederholt. Vor der Wahl haben alle Parteien versprochen, in die Bildung zu investieren. In der Koalitionsvereinbarung wurden Sparmaßnahmen im Bildungsbereich ausgeschlossen. Und jetzt kommt Herr Sarrazin mit irgendwelchen abstrusen Vergleichen mit anderen deutschen Städten. Berlin ist nicht mit München oder Hamburg zu vergleichen. Die Frage kann nicht sein, wo wir im KitaBereich Gelder streichen können. Das wird schon seit Jahren kontinuierlich getan. Die Qualität in den Kitas sinkt konstant. Die Frage muss sein: Wie viel können wir neu investieren? Alle Welt jammert über die Ergebnisse der Pisa-Studie, wo leben denn diese Leute? Bildung fängt in der Kita, ja in der Krippe an. Und gerade hier wurde in den letzten Jahren immer wieder der Rotstift angesetzt. Kinder haben keine Lobby. Reiterstaffeln werden gerettet. Ex-Bankvorstände erhalten Pensionen in Millionen-Höhe, Ex-Politiker Renten, von denen jeder nur Träumen kann. Wie lange muss ich in der privaten Wirtschaft für einen Betrieb arbeiten, um in den Genuss einer Betriebsrente zu kommen? In der Politik geht das leichter. Es wird wie immer mit zweierlei Maß gemessen. Immer auf die Schwächsten, denn die können sich nicht wehren. Vielleicht sollte sich Herr Sarrazin mal in Kreuzberg oder Moabit in einer staatlichen oder AWO-Kita umschauen. Da sieht es wohl etwas anders aus als in der Bundestags-Kita… Aber alles Meckern wird wie immer nichts nützen, es wird die Schwächsten treffen, und alle werden erstaunt sein, wenn die nächste Pisa-Studie kommt.Lothar Bieschke, per E-Mail

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