Berlin : Es werde Transparenz

Gerd Nowakowski

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Wer betrügt oder besticht, soll keine öffentlichen Aufträge mehr bekommen. Das ist so selbstverständlich, dass man sich wundert, warum das Abgeordnetenhaus das nicht längst beschlossen hat. Denn schon der Anschein von Korruption untergräbt das Vertrauen in Politik und Verwaltung. Gerade in Berlin, wo der quer durch alle Parteien gewobene Filz für manchen Skandal gut war, weiß man, wie groß die Verlockungen sind – insbesondere im Baubereich. Nach dem Mauerfall sind in der Boomtown Berlin viele Milliarden verbaut worden; dabei soll alles korrekt zugegangen sein? Private Unternehmen sind mit ihren internen Korruptionsregeln weiter als der Staat, auch mit der Transparenz der Gehälter. Es ist deshalb keine Zumutung, die Einkommen der Vorstände landeseigener Unternehmen zu veröffentlichen, sondern überfällig. Hauptstadt der Korruptionsbekämpfung, das wäre was neues aus Berlin: Bei der Auftragsvergabe für den Großflughafen kann man es bald beweisen. Allerdings: Vor politischem Größenwahn wie beim Tempodrom oder falschen Entscheidungen bewahrt uns auch kein Korruptionsregister.

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