Essen in Berlin : Doppelt gekocht schmeckt besser

Gleich zwei kulinarische Festivals erleben am ersten Oktoberwochenende eine Neuauflage:  „Stadt Land Food“ an der Markthalle IX und die „Berlin Food Week“ im Heizkraftwerk.

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Spektakulärer Veranstaltungsort der „Berlin Food Week“ ist das Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße in Kreuzberg.
Spektakulärer Veranstaltungsort der „Berlin Food Week“ ist das Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße in Kreuzberg.Foto: promo

Die Sache mit den Berliner Fress-Festivals ist interessant. Man könnte sagen: Hier hält sich nur, was aus der Stadt selbst kommt, während importierte Konzepte meist nach einem Anlauf verschwinden wie die „Eat & Style“. Als fester Termin für fast alle einschlägigen und also überlebenden Veranstaltungen hat sich der Oktober eingebürgert. Ob es nun aber notwendig war, „Stadt Land Food“ und „Berlin Food Week“ mehr oder weniger parallel stattfinden zu lassen? 

Die Programme sind extrem vielfältig und unübersichtlich. Schon vom kommenden Montag, dem 26. September, bis zum 2. Oktober läuft das „Stadt Land Food Menü“ mit streng regionalen Gerichten in über 20 Restaurants. „Stadt Land Food“ ist die politischere der beiden Veranstaltungen, die sich den kategorisch normativen Untertitel „für gutes Essen und gute Landwirtschaft“ gegeben hat, also die Welt des Essens entschlossen verbessern will. Deshalb gehört dazu auch eine Neuauflage des Kongresses „Wir haben es satt“, der von 50 verschiedenen Organisationen getragen wird und mit praktisch allem abrechnet, was in der Ernährung gegenwärtig so alles schiefläuft. Gegessen wird deshalb ganz überwiegend regional.

"Stadt, Land, Food" setzt auch politische Akzente

Die „Berlin Food Week“ hingegen ist thematisch und kulinarisch offener, setzt andere Schwerpunkte und stellt in diesem Jahr zum ersten Mal ein Partnerland, nämlich Mexiko, in den Mittelpunkt. Beiden Festivals gemeinsam ist jedoch: Die heißen Tage dauern vom 1. bis 3. Oktober, der als Nationalfeiertag das Wochenende verlängert.

Bei „Stadt Land Food“ rankt sich tagsüber wieder eine Vielzahl von Ständen um den Lausitzer Platz und die Markthalle IX, die ja auch als Veranstalter fungiert. Hinzu kommt ein Programm aus Kultur und Workshops, das vom Honigschleudern über Fermentieren bis zum Brotbacken mit Geflüchteten reicht.

Foto: Dirk Laessig

Das Wochenende der „Berlin Food Week“ im Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße, das aus diesem Anlass zum House of Food“ ernannt wurde, umfasst ein Dreierlei von parallelen Veranstaltungen, die von Sonnabend bis Montag jeweils um 11 Uhr beginnen: Im „Späti Deluxe“ werden Produkte aus dem Lebensmittelsektor verkauft, die „Restaurant Street“ empfiehlt sich als globale Imbisszone mit vielfältigem Angebot und in der „Actionküche“ gibt es allerhand zum Ansehen und Mitmachen. Einen „Street Food Market“ gibt es auch, der findet aber überraschend schon am morgigen Sonnabend, dem 24. September, im Bikini Berlin an der Gedächtniskirche statt, und zwar von 10 bis 20 Uhr.

Mit dem "Street Food Market" geht's schon am Sonnabend los

Am Dienstag ist „Stadt Land Food“ zu Ende, während die „Food Week“ erst ihrem Höhepunkt entgegenstrebt, nämlich der „Berlin Food Night“ am Dienstag, dem 4. Oktober, bei der auch wieder der „Gastro-Gründerpreis“ verliehen wird - insgesamt konzipiert als großer Branchentreff. Die „Food Clash Canteen“ mit trendgemäßen Abendmenüs findet nur noch an am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils um 19 Uhr statt, die Themen sind „Berliner Pflanzen“, „Ven a Comer“ (mexikanische Gewürzküche) und „Modernes Frankreich“, dargeboten von Köchen, die ganz überwiegend in Berlin arbeiten – lediglich zum Mexiko-Thema kommt der Küchenchef Ricardo Munoz Zurita, um einen der Gänge zuzubereiten.

Bilder zur Expo 2015 in Mailand
Installation von Mario Merz.Alle Bilder anzeigen
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16.04.2015 11:23Die Expo 2015 macht in diesem Jahr in einer Schau "Welternährung" zum Thema. Hier: ein Brot-Iglu von Mario Merz.

Beide Veranstaltungen versuchen, ihre Ausstrahlung in die Stadt mit einem speziellen Menüangebot zu erhöhen. Das „Stadtmenü“ der Food Week“ vereint 50 Restaurants aller Kategorien, die vom 1. bis 8. Oktober ein Menü in ihrem typischen, also meist nicht regional festgelegten Stil bieten, und das zum Festpreis von 29, 49 oder 79 Euro. Für 29 Euro gibt es beispielsweise drei Gänge im mexikanischen „Agüevo“ in Friedrichshain, für 49 Euro vier Gänge im Steglitzer „Jungbluth“ und für 79 das Drei-Gang-Menü im besternten „Hugos“ im Hotel Intercontinental oder sogar vier Gänge im ebenfalls besternten „Richard“.

Alle Informationen zum Stadtmenü:

berlinfoodweek.de/event/stadtmenue

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