Berlin : Euro: Die Berliner Banknoten tragen ein "A"

Helmut Caspar

Die Bundesdruckerei GmbH in Berlin zeigt ab heute bis 31. März 2002 die Ausstellung "Der Euro - eine gemeinsame Währung für Europa" und will damit Fragen aus der Bevölkerung an die noch gewöhnungsbedürftigen Geldscheine und Münzen vor und nach der Umstellung auf die neue Währung beantworten helfen. Die Schau im Ausstellungsfoyer des Traditionsunternehmens im Bezirk Mitte, nicht weit von der Leipziger Straße entfernt, präsentiert die von dem Wiener Geldschein-Designer Robert Kalina mit Brücken, Portalen und Fenstern geschmückten Originalbanknoten in den Werten zwischen 5 und 500 Euro sowie die Münzen der zwölf an der Währungsumstellung beteiligten Staaten samt erklärenden Texten.

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Der Euro kommt - Infos zur Währungsumstellung Bisher hatte man außer Reproduktionen mit absichtlichen Ungenauigkeiten zur Täuschung etwaiger Fälscher die wirklichen Geldzeichen noch nicht zu Gesicht bekommen. Experten der Bundesdruckerei erläutern in der Ausstellung unter anderem die Sicherheitsmerkmale der im eigenen Haus sowie in der Münchner Wertpapierdruckerei Devrient & Giesecke unter allergrößter Geheimhaltung seit einigen Jahren auf Vorrat hergestellten Geldscheine. Außerdem kann man in Kurzfilmen der Fertigung der Banknoten und Münzen zuschauen, bei der die Öffentlichkeit aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen ist.

Wer die Münzen genau anschaut, wird auf ihnen Buchstaben finden. Das "A" kennzeichnet die Berliner Prägeanstalt, die seit einer Münzreform unter Friedrich dem Großen den ersten Buchstaben des Alphabets trägt. Neben Berlin sind an der Euro-Erstauflage die Münzstätten in Hamburg (J), Karlsruhe (G), Stuttgart (F) und München (D) beteiligt. Der Berliner Anteil an dem Millionenauftrag beträgt 20 Prozent. Schon jetzt bereiten sich die einzelnen Münzanstalten auf die Herstellung der silbernen Gedenkmünzen zu 10 Euro vor, die ab Anfang 2002 herauskommen. Ein Berliner Motiv steht schon fest: 100 Jahre U-Bahn.

Verglichen mit den in den späten neunziger Jahren veröffentlichten Entwürfe gibt es bei den nun realisierten Münzen einige Unterschiede. Fortgefallen ist das D als nationales Kennzeichen, vergleichbar mit der Autokennung oder im Postverkehr. Die Motive auf den Münzen - Bundesadler, Branndenburger Tor und Eichenlaub - lassen die Euros und Cents unschwer auch in fernen Ländern als "typisch deutsch" erkennen, heißt es im Bundesfinanzministerium. Veränderungen gab es auch bei den Eurosternen. Die 1998 hergestellte Probeauflage zeigte noch "gedrehte" Sterne, doch das fiel in Bonn und Brüssel auf, und so musste der Prägestempel verändert werden. Jetzt stehen die Sterne fein ausgerichtet senkrecht. Ob solche Probestücke je in den Handel kommen, wird sich zeigen.

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