Berlin : Euro in Berlin: Zehntausende begrüßen das neue Jahr vor dem Geldautomaten

Lars von Törne

Die Einführung des Euro-Bargeldes ist am Neujahrstag in Berlin ohne größere Schwierigkeiten angelaufen. Schon kurz nach Mitternacht hatten die Geldinstitute fast alle Automaten auf die europäische Gemeinschaftswährung umgestellt. Nur vereinzelt gab es Probleme mit der Auszahlung des neuen Geldes. Viele Berliner konnten es offenbar kaum erwarten, nach den vor zwei Wochen ausgegebenen Münzen jetzt erstmals auch die Scheine in den Händen zu halten. Vor manchen Geldautomaten gab es nach dem Jahreswechsel Warteschlangen.

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? "Die Nachfrage übertrifft unsere Erwartungen bei weitem", sagt die Sprecherin der Berliner Sparkasse, Katja Damm, am Dienstag. Einige Geldautomaten mussten wegen des regen Interesses im Verlauf des Tages nachgefüllt werden. Bis zum Mittag hoben alleine bei der Sparkasse rund 56 000 Kunden 13 Millionen Euro ab. Die Berliner Bankgesellschaft registrierte alleine in den ersten dreißig Minuten des neuen Jahres rund 200 000 Geldabhebungen. Viele Bankmitarbeiter schoben am Feiertag Sonderschichten. Die Post hatte ausnahmsweise 13 Filialen vier Stunden lang geöffnet, um vor allem die Besitzer kleinerer Läden mit Wechselgeld zu versorgen. Aber auch mehrere hundert Privatkunden standen hier an. "Der Andrang war sehr groß", berichtet Post-Sprecherin Barbara Scheil.

Lediglich in einigen Gegenden der Stadt gingen die Kunden leer aus. So gaben in Spandau und in Lichterfelde West weder die Geldautomaten der Sparkasse noch die Maschinen der benachbarten Banken Geld heraus. "Ein Teil der Automaten wird aus technischen Gründen später umgestellt", sagt Sparkassensprecherin Damm. "Das müsste in den nächsten Tagen behoben sein."

In vielen Geschäften, die am Neujahrstag geöffnet hatten, verlief die Umstellung auf das neue Zahlungsmittel weitgehend reibungslos. "Wie möchten Sie zahlen - Euro oder Mark?", war eine der am häufigsten gestellten Fragen. Einige Museen gewährten ihren Besuchern freien Eintritt, um sich am ersten Tag des Jahres den beträchtlichen organisatorischen Aufwand der Umstellung zu ersparen. Andere, wie die Neue Nationalgalerie, kassierten in beiden Zahlungsmitteln und gaben in Euro heraus.

Auch die Fahrkartenautomaten der BVG waren auf das neue Geld eingestellt. Etliche Maschinen verweigerten allerdings die Annahme der neuen Scheine und akzeptierten nur Münzen. Das war vor allem für jene Kunden ärgerlich, die neue Monatskarten benötigten und dafür zu den wenigen Verkaufsstellen mit Personal fahren mussten. In vielen Kneipen und Cafés hingegen blieb die alte D-Mark auch in den ersten Stunden des neuen Jahres das zentrale Zahlungsmittel, ebenso bei den Taxifahrern.

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