Berlin : Euro: Rentner sehen die Währungsumstellung größtenteils gelassen

Tanja Buntrock

Kommt ein Rentner-Paar in die Sparkasse ... So könnte ein Witz zum Währungswechsel auf Kosten der älteren Generation beginnen. Doch folgende Begebenheit ist wahr und sicherlich kein Einzelfall, seit der Euro die D-Mark abgelöst hat: Ein Rentner-Ehepaar möchte das gesamte Vermögen - immerhin 20 000 Mark - abheben. Mit der Begründung: "Wir machen beim Euro nicht mit." Sogar der Filialleiter redet auf die beiden ein, dies nicht zu tun und erklärt ihnen, dass der Euro für jeden hier gilt. Vergebens. Das Rentner-Paar bleibt eisern und zieht - was nicht gerade ungefährlich ist - mit 20 000 Mark in bar von dannen.

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Solch energischen Euro-Gegner sind Hannelore Gildemeister von der Volkssolidarität in Treptow-Köpenick bislang nicht begegnet. "Die gehen ganz ruhig an die Sache heran", beschreibt sie. Viele alte Leute stellten sich nicht an die langen Schlangen vor den Banken an, sondern "warten ab und geben erstmal ihre restliche D-Mark aus". Viele Rentner hätten sich Euro-Taschenrechner zugelegt, um ihr neues Wechselgeld sofort zu kontrollieren. Auch die warmen Mahlzeiten, die der "fahrbare Mittagstisch" liefert, können zunächst weiterhin problemlos in D-Mark bezahlt werden. Die Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt in Berlin (AWO) und des Caritas-Verbandes Berlin haben ebenfalls in punkto Euro-Umstellung keine Probleme bei den Rentnern gesehen. Eher die Sorge, dass das Geld weniger Wert sein könnte, treibe die alten Menschen um. Schleichende Preiserhöhungen haben die Rentner sehr wohl vernommen, sagt Monika Rünger von der AWO-Beratungsstelle in Pankow. "Viele befürchten allerdings, nicht so schnell umrechnen zu können."

Joachim Mordeja, Sprecher des Caritas- Verbandes Berlin, ist der Meinung, "dass "selten etwas so unproblematisch gelaufen ist, wie die Euro-Umstellung".

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