Berlin : Euro-Verteilung: Urlaubssperre für die Polizei

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Polizeipräsident Hagen Saberschinsky streitet jetzt mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP) um die geplante Urlaubssperre für Polizisten während der Verteilung der Euro-Noten und Münzen Anfang nächsten Jahres. Saberschinsky kündigte an, zwischen dem 1. Januar und dem 28. Februar 2002 durch Reduzierung der Urlaubsquote rund 1500 Polizisten zusätzlich einsetzen zu können. Sie sollen besonders an Punkten, die Ziel von Raubüberfällen sein könnten, präsent sein.

Als eine "gezielte Falschmeldung" bezeichnete die GdP die Rechnung von Saberschinsky. Die Reduzierung der normalerweise bei 18 Prozent liegenden Urlaubsquote auf 9 Prozent sei lediglich für die Zeit vom 1. bis zum 23. Januar vereinbart, danach steige sie wieder auf 15 Prozent. Zudem sei die Zahl der Urlauber in dieser Zeit ohnehin sehr niedrig, sagte der GdP-Vorsitzende Eberhard Schönberg. Derzeit lägen für die Zeit vom 1. bis zum 22. Januar lediglich etwa 1800 Urlaubsanträge vor, was einem Anteil von 10,6 Prozent entspreche.

Die Beamten sollen vor allem Überfälle auf Post- und Bankkunden verhindern. Die Polizei rechnet mit einer steigenden Zahl so genannter Nachläufertaten. Dabei beobachten die Täter ihre Opfer beim Geldabheben, folgen ihnen und berauben sie in einem günstigen Augenblick.

Im Januar und Februar werden die Banknoten und Münzen der neuen Währung an den Handel ausgeliefert - über 280 Millionen Noten und etwa 1,1 Milliarden Münzen rollen in Geldtransportern über die Straßen Berlins. Die Polizei hat offenbar bereits erste Hinweise, dass in der Unterwelt darüber nachgedacht wird, wie der eine oder andere Eurotransport überfallen werden könnte. Die Polizei kündigte an, besonders stark gefährdete Transporte zu begleiten.

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