Berlin : Euro: "Zwei Wochen - und alle rechnen in Euro"

Statt 100 Mark werden für einen Pullover k&uu

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Viele Berliner haben die Erfahrung schon während eines Urlaubs in den USA gemacht: Da wandert der ein oder andere Artikel im Supermarkt schneller in den Einkaufskorb als geplant. Denn der Dollar-Preis klingt günstiger - aber nur so lange, bis man den Betrag in D-Mark umrechnet. Doch in wenigen Tagen gilt der Euro, und dann hören sich die Beträge in Deutschland erst einmal nur noch halb so teuer an. Kaufen die Berliner dann möglicherweise mehr und schneller ein - und verschulden sich auch noch eher? Wir haben den Chefvolkswirt der IHK, Manfred Kern-Nelle (59), nach seiner Einschätzung gefragt.

Statt 100 Mark werden für einen Pullover künftig 50 Euro verlangt - das klingt doch günstiger. Schlagen die Konsumenten künftig eher zu?

Sie haben recht, aus unternehmerischer Sicht könnte man da optimistisch sein, weil so ein kleinerer Betrag optisch von Vorteil ist. Aber die Berliner sind ja Auslands erfahren und das Umrechnen daher gewohnt. Außerdem wird sicher der Blick auf den Gehaltszettel für viele zum Schlüsselerlebnis - es ist jetzt ja auch ein geringerer Betrag auf dem Konto. Ich glaube also nicht, dass die Verschuldung nun zunehmen wird.

Wie lange wird man noch in D-Mark-Kategorien denken?

Dadurch, dass wir noch acht Wochen parallel mit Mark und Euro hantieren, wird das Umdenken länger dauern. Zum Glück gilt diese Phase aber nur zwei Monate statt ein halbes Jahr. Ich denke aber, nach 14 Tagen haben sich die meisten an die neuen Dimensionen der Euro-Welt gewöhnt.

Kann es sein, dass einem das Geld nicht mehr so wertvoll vorkommt, weil alle Beträge nur noch halb so hoch sind?

Nein, das Gegenteil ist der Fall. Ich bekomme für weniger Münzen und Scheine plötzlich mehr als Gegenwert - zumindest optisch.

Sie halten es also sogar für wahrscheinlich, dass die Leute konsumfreudiger werden?

Ja, in meinen Augen ist der Euro ein Motor für alles: Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Statistik, Konjunktur. Das gilt für den Euro-Markt, der insgesamt 300 Millionen Menschen umfasst - und für unsere Stadt Berlin.

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