Berlin : Europa kommt zu den Menschen

Zehn Tage lang wollen sich die EU und ihre Nachbarländer präsentieren Ein Höhepunkt ist das Familienfest am Wochenende im FEZ Wuhlheide

Stefan Jacobs

Die wohl längste Woche des Jahres beginnt am morgigen Freitag und dauert zehn Tage. Es ist die Europawoche, deren diesjährige zwölfte Ausgabe vor allem Bürger und EU-Institutionen miteinander ins Gespräch bringen will. Das passiert bei rund 1000 Veranstaltungen bundesweit, deren Höhepunkte sich auch in und auf Berlin konzentrieren. Die Institutionen kommen zu den Menschen – und präsentieren sich mal politisch, mal ernst und mal fröhlich.

Der unterhaltsame Teil konzentriert sich auf das Freizeitzentrum FEZ Wuhlheide, wo am Sonnabend und Sonntag zum dritten Mal das große Europafest veranstaltet wird. Das Programm ist mindestens so bunt wie im vergangenen Jahr, als etwa 30 000 Menschen in den weitläufigen Park nach Köpenick kamen. Das Angebot richtet sich sowohl an Kinder jeden Alters und als auch an deren Familien: Während die Kinder vor der Mitmach-Bühne beispielsweise griechische Tänze einstudieren, können die Eltern bei einem der anwesenden Tourismusverbände ihre nächste Urlaubsreise planen. Auf insgesamt vier Bühnen treten Musik- und Folkloregruppen aus mehreren EU-Mitgliedsstaaten auf, Kinder können sich an Rätseln und Puzzlen versuchen, Märchen erleben und dabei die zugehörigen Figuren kennen lernen. Damit niemand zu lange still sitzen muss, gehört auch viel Sport zum Programm – beispielsweise Übungsstunden in Boule, Cricket und anderem, was in Europa so gespielt wird. Wem diese Kost zu leicht ist, der kann auf der Politik-Insel mit Europaparlamentariern und dem Berliner CDU-Spitzenkandidaten Friedbert Pflüger diskutieren.

Polen und Ungarn stehen thematisch im Mittelpunkt – ansonsten ist das Programm so angelegt, dass die Gäste möglichst viel von dem mitbekommen und ausprobieren können, was Europa ausmacht. Dank allerlei Sponsoren sind Eintritt und Attraktionen gratis. Nur wer beispielsweise dänische Hotdogs oder ungarischen Gulasch mag, muss zahlen.

An die gerade erwachsen gewordenen Kinder richtet sich die Jobmesse „Avanti“, auf der Experten über Praktikums- und Berufschancen im europäischen Ausland informieren. Sie findet ebenso im Roten Rathaus statt wie der Europäische Frühling am 9. Mai, bei dem Schüler das Debattieren am lebenden Objekt – meist mit Europaparlamentariern – üben können. Dort werden dann auch die Preise eines Kreativwettbewerbs der EU-Kommission verliehen.

Ums große Ganze kümmert sich das WDR-Europa-Forum am 9. Mai, bei dem Spitzenpolitiker im Auswärtigen Amt über Zustand und Zukunft der EU diskutieren. Live dabei sein kann man hier nicht.

Näher am täglichen Leben soll das erste Berliner Europafestival am Sonntag in der südlichen Friedrichstraße sein. Das Fest wird bleibende Spuren hinterlassen: Auf einem „Pfad der Visionäre“ werden Sprüche bedeutender Europäer unter Plexiglas verewigt.

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