Europäer in Berlin : "Es ist gut, dass das Volk entscheidet"

Rund 146 000 Menschen aus 26 Mitgliedsstaaten der EU leben in der Stadt. Auch sie dürfen bei der größten multinationalen Wahl der Welt am 7. Juni ihre Stimme abgeben und das EU-Parlament wählen. Was Berlin und Europa für sie bedeuten, erzählt jeden Tag ein anderer Europabürger. Heute eine Irin.

Rund 146 000 Menschen aus 26 Mitgliedsstaaten der EU leben in der Stadt. Auch sie dürfen bei der größten multinationalen Wahl der Welt am 7. Juni ihre Stimme abgeben und das EU-Parlament wählen. Was Berlin und Europa für sie bedeuten, erzählt jeden Tag ein anderer Europabürger.

„Obwohl ich nur ein paar Monate bleiben wollte, bin ich nun schon sechs Jahre in Berlin. Anfangs habe ich im Pub gekellnert. Dann wurde ich Oberkellnerin und jetzt bin ich Geschäftsführerin – ich musste also einfach bleiben!

Außerdem liebe ich die Stadt. Im Sommer gehe ich in die Parks, im Winter genieße ich den Schnee. In Irland gibt es ganz selten Schnee. Und es ist natürlich toll, dass Berlin so günstig ist.

Ich weiß noch nicht, wen ich wähle. Leider fällt es mir immer noch schwer, deutsche Zeitungen zu lesen und mich gut zu informieren. Aber Europa ist einfach wichtig. Auch wenn es den Menschen nicht immer bewusst ist, beeinflusst es doch jeden im täglichen Leben.

Die Iren haben letztes Jahr den EU-Reformvertrag abgelehnt. Grundsätzlich finde ich es gut, dass das Volk selbst entscheidet. Ich weiß nur nicht, was ich von dem Nein halten soll. Einerseits glaube ich, dass Europa den großen Ländern mehr Vorteile bringt als den kleinen – und Irland ist eben ein kleines Land. Andererseits lebe ich ja in Deutschland, also in einem der größten Länder. Bald soll es eine neue Abstimmung geben. Ich werde wohl auch dabei sein. Aber jetzt mache ich mir erstmal Gedanken über die Parlamentswahl.“

Aufgezeichnet von Patricia Hecht

Maria Walsh

ist 35 Jahre alt.

Geboren wurde sie in Irland – nach Berlin kam sie vor sechs Jahren. Hier ist sie inzwischen Geschäftsführerin von Murray’s Irish Pub in Kreuzberg.

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