Europäer in Berlin : "Europa verdanken wir Freiheit"

Rund 146.000 Menschen aus 26 Mitgliedsstaaten der EU leben in der Stadt. Was Berlin und Europa für sie bedeuten, erzählt jeden Tag ein anderer Europabürger. Heute: Paola Ferruta aus Italien.

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Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Ich habe mich ganz bewusst für Berlin entschieden, hier bin ich als Historikerin in meinem Element und fühle mich etabliert. Vor einem Monat habe ich eine internationale Konferenz organisiert. Die Leute kommen gern, weil sie Berlin entdecken und sehen wollen, was aus der Stadt geworden ist. Berlin ist sehr offen der Welt gegenüber.

Natürlich gehe ich wählen. Ein Problem der EU ist die niedrige Wahlbeteiligung – die Menschen neigen einfach zur Passivität. Innerhalb der einzelnen Staaten sollte die Wahl deshalb viel stärker thematisiert werden. Es fällt einfach nicht auf, dass bald gewählt wird! Vielen ist nicht bewusst, dass die Errungenschaften der letzten 20, 30 Jahre nicht selbstverständlich sind. Unser Lebensstil, unsere Freiheit und unser Selbstbewusstsein verdanken wir Europa. Wir können uns ja gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne die EU wäre. Für mich persönlich ist Europa wirklich sehr wichtig.

Wen ich wähle, weiß ich noch nicht genau. Aber es wird weder rechts noch mittig sein. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass das Europäische Parlament ein tatsächliches Parlament mit mehr Handlungsmöglichkeiten wird.

Aufgezeichnet von Patricia Hecht

Paola Ferruta ist 40 Jahre alt und kommt aus Italien. Die studierte Germanistin und Historikerin wohnte lange in Paris, sie lebt und forscht nun seit vier Jahren in Berlin.

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