EUROPÄER IN BERLIN : "Ich selbst gehe nicht wählen“

Léa Chalmont Chefredakteurin des monatlich erscheinenden Kulturmagazins "Berlin Poche" erzählt, wie sie zu Europa steht.

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Foto: Mike Wolff

Berlin ist bunt: 146 000 Menschen aus 26 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union leben in der Stadt. Wie die deutschen Berliner können auch sie bei der größten multinationalen Wahl der Welt am 7. Juni ihre Stimme abgeben und das EU-Parlament wählen. Wo sie wählen, was Berlin und Europa für sie bedeuten und was sie von der Wahl erwarten, erzählt ab jetzt jeden Tag ein anderer Europabürger aus Berlin.


Léa Chalmont (28) aus Frankreich:
Ich komme aus dem Loire-Tal, lebe aber seit acht Jahren in Deutschland. Berlin mag ich sehr – ich habe das Gefühl, dass hier alles möglich ist.

Ich bin Chefredakteurin des monatlich erscheinenden Kulturmagazins „Berlin Poche“ – auf Deutsch heißt das so viel wie „Berlin für die Hosentasche“. Das Magazin ist für Franzosen und Frankophile in Berlin – es ist also auf Französisch, aber es geht um Berliner Musik, Theater und Literatur.

Ich verfolge die EU-Wahl, aber ich selbst gehe nicht wählen. Es ist mir ein wenig peinlich, aber ich hatte einfach keine Zeit, die Briefwahlunterlagen zu beantragen. Außerdem fühle ich mich zwar als Europäerin, aber ich finde, Europa ist noch nicht weit genug fortgeschritten. Auch als Europäerin habe ich hier nicht dieselben Rechte wie in Frankreich. Es war beispielsweise sehr schwierig, als Ausländerin die GbR für unser Magazin zu gründen.

Ich gehöre zur „Generation Erasmus“, ich habe Europa ganz anders kennengelernt als noch meine Eltern. Trotzdem glaube ich, es wird noch lange dauern, bis Europa als richtige Gemeinschaft zusammengewachsen ist.

Aufgezeichnet von Patricia Hecht

Léa Chalmont, 28, aus Frankreich ist Chefredakteurin

des französischen

Kulturmagazins

„Berlin Poche“.

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