Europäer in Berlin - Portugal : "Ökologische Probleme sind mir wichtig"

146 000 Menschen aus 26 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union leben in der Stadt. Wo sie wählen, was Berlin und Europa für sie bedeuten und was sie von der Wahl erwarten, erzählt ab jetzt jeden Tag ein anderer Europabürger aus Berlin.

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Foto: Mike Wolff

Berlin ist bunt: 146 000 Menschen aus 26 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union leben in der Stadt. Wie die deutschen Berliner können auch sie bei der größten multinationalen Wahl der Welt am 7. Juni ihre Stimme abgeben und das EU-Parlament wählen. Wo sie wählen, was Berlin und Europa für sie bedeuten und was sie von der Wahl erwarten, erzählt ab jetzt jeden Tag ein anderer Europabürger aus Berlin.

Manuela Lomba (26) aus Portugal.

„Ich bin als Erasmus-Studentin nach Berlin gekommen und dann immer noch ein wenig länger geblieben, so dass mittlerweile viereinhalb Jahre daraus geworden sind. Ich mag die Stadt, ich habe einen deutschen Freund und viele Freunde hier gefunden – Deutsche, Spanier, Italiener, Isländer. Ich finde es schön, hier mitten in Europa zu sein.

Ich bin oft in Portugal und muss zugeben, dass ich auch in Deutschland immer noch mehr portugiesische als deutsche Zeitungen lese. Trotzdem werde ich wohl einen deutschen Kandidaten wählen. Mir ist wichtig, dass ökologische Probleme und die Finanzkrise ernst genommen werden – Letzteres heißt auch, dass Europa sozialer werden muss. Ich gehe später mal ins Internet und sehe nach, welcher Kandidat für mich in Frage kommt.

Mich ärgert, dass die einzelnen Länder in Europa immer nur auf ihren eigenen Vorteil schielen. Ich habe den Eindruck, es geht immer nur ums Geld – und viel zu wenig um kulturelle oder soziale Projekte. Dabei hat Europa hier viel Potenzial.

Als ich nach Berlin gekommen bin, hätte ich nicht damit gerechnet, dass es zwischen Portugal und Deutschland noch so große kulturelle Unterschiede gibt. Aber die gibt es – und gerade die Vielfalt finde ich an Europa wunderschön.“Aufgezeichnet von Patricia Hecht

Manuela Lomba (26)

stammt aus Portugal. Die Architektin kam als Studentin nach Berlin – und blieb auch nach dem Abschluss hier. Lomba lebt seit viereinhalb Jahren in der Stadt.

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