Europäer in Berlin : "Wir brauchen die EU gegen die Korruption"

Rund 146.000 Menschen aus 26 Mitgliedsstaaten der EU leben in der Stadt. Auch sie dürfen bei der größten multinationalen Wahl der Welt am 7. Juni ihre Stimme abgeben und das EU-Parlament wählen. Was Berlin und Europa für sie bedeuten, erzählt jeden Tag ein anderer Europäer. Heute eine Bulgarin.

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Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Ich war für eine journalistische Weiterbildung in der Stadt und habe hier meinen Mann kennengelernt, er ist Berliner. Seit neun Jahren leben wir zusammen hier. Berlin hat viele Gesichter, jeder kann finden, was er sucht. Im Vergleich zu Sofia ist die Stadt sehr grün und großzügig. Und der öffentliche Nahverkehr ist eine wirkliche Errungenschaft. Nur abends schläft die kleine Weltstadt ein wenig zu früh ein.

Bei Europa fallen mir zunächst unsere gemeinsamen Werte ein, und erst danach die praktischen Vorteile wie der Euro oder die offenen Grenzen. Bei den Bulgaren ist das Vertrauen in die EU sehr hoch, sie wird als eine Art Korrektiv betrachtet. Das Land erwartet Unterstützung etwa beim Kampf gegen die Korruption – es braucht Europa. Ich selbst wähle per Briefwahl, ich weiß auch schon, wen. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir uns aufraffen und eine gemeinsame Verfassung hinbekommen. Wir brauchen neue Regeln in unserem gemeinsamen Haus. Das ist die Voraussetzung, um uns mit 27 Ländern weiterzuentwickeln. Aufgezeichnet von Patricia Hecht

Daniela Karasch ist 42 Jahre alt. Die Journalistin kommt ursprünglich aus Bulgarien und ist seit neun Jahren mit einem Berliner verheiratet.

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