EUROPÄER IN BERLIN : "Wir sind eine gute Gemeinschaft"

Rund 146.000 Menschen aus 26 Mitgliedsstaaten der EU leben in der Stadt. Auch sie dürfen bei der größten multinationalen Wahl der Welt ihre Stimme abgeben und das EU-Parlament wählen. Was Berlin und Europa für sie bedeuten, erzählt heute ein Däne.

278292_0_6c267f7d.jpg
Foto: Kai-Uwe Heinrich

Ich komme aus einer kleinen Stadt im Norden Dänemarks, lebe seit sieben Jahren in Berlin und habe auch eine deutsche Freundin. Ich fühle mich sehr wohl hier und kann mir auch gar nicht mehr vorstellen, wegzuziehen. Als Deutscher fühle ich mich trotzdem nicht, sondern eher als eine Mischung aus Däne und Europäer. Europa ist sehr wichtig für Dänemark, aber bedauerlicherweise stimmen meine Landsleute immer mit Nein, wenn es um den Euro geht. Wir haben immer noch die Kronen.

Politik interessiert mich schon, aber ich gehe trotzdem nicht zur Wahl. Ich glaube zwar an die Demokratie, aber ich glaube Politikern nicht. Außerdem habe ich mich überhaupt nicht mit den Parteiprogrammen auseinandergesetzt, und einen Wahlschein habe ich auch nicht bekommen – keine Ahnung, wieso. Über Europa wird oft kritisch berichtet, was wohl daran liegt, dass es sich eher lohnt, über Probleme zu reden. Ich mag vieles an Europa, zum Beispiel die unterschiedlichen Kulturen. Es ist immer wieder schön, auf Reisen die Vielfalt Europas zu sehen. Trotzdem finde ich, dass wir schon eine gute Gemeinschaft geworden sind.

Aufgezeichnet von Patricia Hecht


ZUR PERSON

Lars Jellesen ist 29 Jahre alt und kommt aus dem Norden Dänemarks. Er studiert Betriebswirtschaftslehre und ist Inhaber einer Firma für Online-Marketing.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben