Europaparlament : Alexandra Thein tritt für die FDP zur EU-Wahl an

Sachlichkeit als politisches Motto: Damit macht sich eine Politikerin den Wahlkampf nicht leichter. Aber Alexandra Thein ist so. Polemik liegt ihr nicht, den Streit sucht sie nicht, und an der liberalen Fraktion im Europaparlament gefällt ihr vor allem, dass die Liberalen die EU-Politik mitbestimmen können, obwohl sie in der Opposition sind.

Werner van Bebber

BerlinDas zieht die 45 Jahre alte Liberale aus dem Berliner Südwesten an – und dieses „inhaltlich arbeiten“, jenseits aller öffentlichen Meinungskämpfe und Streitereien ist anscheinend ihr Ideal.

Wohl deshalb hat sie sich bislang in der Berliner Landespolitik zurückgehalten. Sie hat im Landesschiedsgericht mitgearbeitet, einem Gremium, das in der FDP gut zu tun hat, sie war im Satzungsausschuss und im Landesvorstand. Alexandra Thein ist Rechstanwältin und Notarin, und ihr Beruf macht ihr Freude. Das begreift man schnell, wenn sie zum Beispiel über die Euro-GmbH redet. Auch ein so trockenes Ding wie eine Gesellschaft mit begrenzter Haftung muss dem europäischen Wirtschaftsleben angepasst werden – und das soll in der EU geschehen. Denn noch, so erklärt Alexandra Thein und ist dabei ganz bei der Sache und mitten im Thema, noch sei die Gründung einer europaweit tätigen GmbH eine überaus mühselige und teure Sache, in jedem Mitgliedstaat einzeln zu betreiben und zu finanzieren – was dazu führe, dass die gute alte deutsche GmbH so langsam zum Auslaufmodell werde.

Und so nimmt Alexandra Thein dieses Europa wahr: als ein zu gestaltendes, auszubauendes, weiter zu entwickelndes Rechts- und Regelsystem. Da geht es um die GmbH ebenso wie ums Scheidungsrecht. Dass so wenig von solchen lebensnahen Politikprozessen bei den Leuten ankommt, spürt Alexandra Thein im Wahlkampf deutlich. Sie erklärt es mit dem Fehlen einer „europäischen Öffentlichkeit“: Politik wird eben noch immer vorzugsweise national diskutiert. Thein hat Europa schon immer etwas anders wahrgenommen, sie ist an der westlichen Grenze der Bundesrepublik aufgewachsen, hat ein deutsch-französisches Abitur gemacht, unter anderem in Genf studiert und während ihrer Ausbildung Europa-Erfahrungen an diversen Einrichtungen gemacht. Für sie ist Europa ganz nah. 

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