Berlin : „Evas Arche“ droht das Aus Bezirk streicht Zuschüsse für Frauenzentrum

Dem ökumenischen Frauenzentrum „Evas Arche“ in der Großen Hamburger Straße 28 sind zum 1. Januar vom Bezirk Mitte die von dort gezahlten Fördergelder in Höhe von 118 000 Euro gestrichen worden. Dies macht momentan rund zwei Drittel des Budgets aus. „Das bedeutet das Aus für unsere gesamte soziale Arbeit“, sagt Leiterin Petra Ziep. Von sieben festen Mitarbeiterinnen könne das Zentrum, dem parallel durch den ökumenischen Weltgebetstag ebenfalls Gelder gekürzt wurden, nur noch zwei beschäftigen.

Damit fehle auch das Geld für die Koordinatorin des ABM-Projekts, in dem 14 langzeitarbeitslose Frauen beschäftigt werden. Mit ihm wird seit elf Jahren die Betreuung von sozial schwachen Seniorinnen und Kindern alleinerziehender Frauen und die Koordinierung der psychosozialen Arbeit von „Evas Arche“ organisiert. Das Zentrum bietet soziale und finanzielle Beratung und Betreuung für arme alleinerziehende und alleinstehende Frauen. Daneben betreibt es ein Projekt für polnische Frauen, es gibt Bildungs- und Freizeitangebote sowie ein Mutter-Kind-Frühstück. Das Programm wird nach Angaben von „Evas Arche“ von etwa 5000 Frauen pro Jahr genutzt.

„Ich würde ,Evas Arche’ gerne weiterfördern“, sagt Sozialstadträtin Miriam Scheffler (Grüne), „aber ich musste politische Prioritäten setzen.“ Der Bezirk habe aufgrund von Haushaltskürzungen im Jahr 2008 für soziale Projekte 350 000 Euro weniger zur Verfügung. An der Kältehilfe wollte Scheffler aufgrund der vielen Obdachlosen in den innerstädtischen Bezirken nicht sparen. Auch die Schuldnerberatung hält sie für unverzichtbar.

Das Frauenzentrum protestierte kürzlich vor der Bezirksvollversammlung gegen die Streichungen. Die Direktorin des Diakonischen Werks, Susanne Kahl-Passoth, rief Mittes Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) auf, sich für eine Fortführung der Zuschüsse einzusetzen. Die Angebote von „Evas Arche“ seien für die sozial benachteiligten Frauen in dem Bezirk unverzichtbar.

Am 12. Dezember um 17 Uhr wollen Mitarbeiterinnen und betreute Frauen vor dem Neuen Stadthaus, Sitz der BVV in der Parochialstraße 3, protestieren. ely

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