Berlin : Ex-BSR-Chef will Geld vom Land Berlin

Nach Rauswurf fordert Gamperl Schadenersatz

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Der Rauswurf des früheren Chefs der Stadtreinigungsbetriebe BSR, Gerhard Gamperl, könnte das Land Berlin teuer zu stehen kommen. Am Donnerstag gab es einen ersten Gütetermin vor dem Landgericht, nachdem Gamperl gegen seine fristlose Kündigung vor einem Jahr geklagt hatte. Dabei geht es neben der Rücknahme der Kündigung auch um Schadenersatzansprüche, die in die Millionen gehen könnten.

Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS) hatte Gamperl im März 2006 entlassen, zwei Jahre vor Vertragsende. Der BSR-Chef soll seine Aufgaben nicht erfüllt haben. Nachdem der Streit öffentlich geworden war, sprach Wolf von einer Forderung Gamperls in Höhe von 630 000 Euro, zuzüglich 70 000 Euro Beraterkosten für die Suche eines neuen Jobs. Den hat der gebürtige Wiener inzwischen gefunden: Er ist jetzt bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Leiter der neuen Abteilung „Controlling“. Weitere 70 000 Euro würden für Anwaltsrechnungen fällig. Dazu kommen Rentenansprüche für die verbleibende Vertragslaufzeit von 36 Monaten.

Der Gerichtstermin am Donnerstag verlief ohne Ergebnis. Nach Tagesspiegel-Informationen soll das Landgericht Gamperl einen Vergleich angeboten haben. „Das Gericht hatte einen Gütetermin anberaumt, der aber ohne Vergleich endete“, sagte Sprecherin Katrin-Elena Schönberg. Über die Höhe des Vergleichs gab sie keine Auskunft. Der Betrag soll dem Vernehmen nach im unteren sechsstelligen Bereich liegen. Gamperls Rechtsanwältin widersprach: „Es ist kein Vergleich angeboten worden.“ Die Sprecherin von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS), der zugleich den BSR-Aufsichtsrat leitet, wollte sich zum laufenden Verfahren nicht äußern. Das Landgericht setzte einen weiteren Termin für den 24. Mai an, an dem entweder ein Urteil verkündet wird oder weitere Erörterungen angefordert werden. Gamperls Anwältin sagte, der erste Termin habe der allgemeinen Klärung des Sachverhaltes gedient. Ein zweiter Verhandlungstag sei anberaumt. Mit einem Urteil sei aber auch dann nicht zu rechnen. ball/sib

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