Berlin : Ex-Senator Erhardt und Daimler-Vorstand Gentz sind im Beirat

Ulrich Zawatka-Gerlach

Der neue Zukunftsfonds, dem 250 Millionen Mark aus dem Verkauf der Berliner Wasserbetriebe zur Verfügung stehen, um "zukunftsorientierte Leitprojekte" in Berlin zu fördern, erhält einen prominent besetzten Beirat. Berufen wurden der ehemalige Wissenschaftssenator Manfred Erhardt, der Daimler Chrysler-Vorstand Manfred Gentz, Klaus Backhaus (Institut für Anlagen und Systemtechnologien in Münster), Karl-Heinz Hoffmann (Dekan für Angewandte Mathematik in München), Klaus Lederer (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Babcock AG), Bengt-Ake Lundvall (Wirtschaftswissenschaftler der Universität Aaalborg), Fritz Melchers (Institut für Immunologie in Basel) und Erwin Staudt (Geschäftsführer der IBM Deutschland).

Träger des Zukunftsfonds ist die Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin, die nicht nur 250 Millionen Mark Fördergelder bekommt, sondern deren Stiftungskapital um 60 Millionen Mark aufgestockt wird. Vorhaben aus den Bereichen Medizin- und Biotechnologie, Verkehrstechnik und Informations- und Kommunikationstechnologie, die dem Land Berlin Standortvorteile bringen könnten, sollen vorrangig unterstützt werden, sieht ein Konzept des Wirtschaftssenators Wolfgang Branoner vor. Einrichtungen und Projekte, die in Adlershof und Buch angesiedelt sind, haben besonders gute Chancen, gefördert zu werden. Der Zukunftsfonds gibt aber kein Geld für herkömmliche Infrastruktur- und Ansiedlungsmaßnahmen.

Gefördert wird über Zuschüsse, Darlehen und Beteiligungen. Finanzhilfen für laufende Vorhaben werden nicht ausgeschlossen, aber nachrangig behandelt. Ein Teil der Fördergelder soll wieder in den Zukunftsfonds zurückfließen. "Zugleich soll die Möglichkeit erhalten bleiben, den Fonds aufzustocken und fortzuführen", heißt es in der Vorlage der Wirtschaftsverwaltung, die in den bevorstehenden Haushaltsberatungen des Parlaments noch beschlossen werden muss.

CDU und SPD konnten sich bisher nicht darauf einigen, nicht nur zehn Prozent aus dem Verkauf der Wasserbetriebe in den Fonds einzuspeisen, sondern künftig auch Anteile weiterer Privatisierungserlöse zur Förderung herausragender Forschungs-, Ausbildungs- und Technologieprojekte zu nutzen.

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