Berlin : Ex-Stasi-Spion betrog Firmen: Zeugen gesucht

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Mit mehreren Millionen Euro soll der 36jährige Patrick Schneider seit Jahren untergetaucht sein – jetzt hat die Polizei 3000 Euro Belohnung ausgesetzt und hofft, dass Zeugen weiterhelfen können.

Schneider soll seit 1998 als Insolvenzverwalter von Pleite gegangenen Kleinunternehmen in den neuen Bundesländern das Gesellschaftervermögen beiseite geschafft haben. Gleichzeitig hat er die Geschäftskonten der Firmen benutzt, um Gelder aus anderen Betrugstaten zu waschen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Das ganze geschah unter dem Deckmantel einer renommieren Anwaltskanzlei, deren Gründer damit aber nichts zu tun habe, wie ein Fahnder von der Kriminalpolizei sagte. Drei Komplizen von Schneider wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Gegen Schneider liegt ein internationaler Haftbefehl wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Insolvenzverschleppung, Untreue und Bankrott vor. Der Gesuchte kennt sämtliche Tricks der Fahnder und vielleicht sogar noch einige mehr, denn er arbeitete von 1986 bis zur Wende bei der Stasi der DDR – in der Spionageabwehr.

Das letzte Lebenszeichen von ihm stammt vom März 2001. Damals meldete er sich bei seinen Eltern, die in Thüringen wohnen. Die Fahnder vermuten, dass er sich in Spanien oder im deutschsprachigen Ausland aufhält. Schneider könne den Schweizer Dialekt täuschend echt nachahmen, er wirke seriös und habe ein überzeugendes Auftreten, sagte ein Polizeisprecher. Aber es ist Vorsicht geboten: Der schlanke, 1,80 Meter große Mann könnte bewaffnet sein. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 4664-961110 entgegen. weso

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