Berlin : Exklusiv wohnen mit Blick in den Tiergarten

Am Köbis-Dreieck beginnen jetzt die Arbeiten an den Apartmenthäusern Durch die Büromarkt-Flaute werden Wohnbauten für Investoren lukrativ

Matthias Oloew

Gut vier Monate, nachdem am Köbis- Dreieck in Tiergarten der erste Grundstein gelegt wurde, rollen nun zusätzliche Bagger an. Im November soll der Bau von vier Wohnhäusern an der Köbisstraße beginnen. Das Signal dafür gaben am Donnerstag Senatsbaudirektor Hans Stimmann (SPD), Mittes Baustadträtin Dorothee Dubrau (Grüne) sowie die Investoren Klaus Groth, Klaus Laminet und Jos Hegemann.

Sie eröffneten einen eigens für die Wohnhäuser errichteten Info-Pavillon an der Von-der-Heydt-Straße. Drinnen gibt es Informationen für die betuchte Kundschaft. Denn die Wohnungen (die Miete soll zwischen 10,50 und elf Euro, die Eigentums-Wohnungen zwischen 2500 und 5900 Euro pro Quadratmeter kosten) sind vor allem für Menschen gedacht, die sich das Wohnen am Tiergarten auch leisten können. „90 Anfragen haben wir schon“, sagte Klaus Groth stolz, „aus heutiger Sicht hätten wir noch mehr Wohnhäuser bauen können.“

Das wäre ganz im Sinne von Dubrau und Stimmann gewesen. „Wir hatten uns einen Mix von 50 Prozent Wohnen und 50 Prozent Büros am Köbis-Dreieck gewünscht“, sagte Dubrau. Stimmann ergänzte: „Mit guten Wohnungen in der Innenstadt lassen sich heute Geschäfte machen.“ Der Senatsbaudirektor sieht in dem Projekt am Köbis-Dreieck ein „Idealbild meiner urbanen Vorstellung von Berlin“ und einen Paradigmenwechsel im Städtebau. Auch wenn es schon lange keine Wohnungsnot mehr gebe, seien Wohnungen im Zentrum gefragt: „Das zeigen auch die Verkäufe der Townhouses am Friedrichswerder“, so Stimmann weiter, „die drei- bis viergeschossigen Einfamilienhäuser gegenüber dem Auswärtigen Amt sind fast alle verkauft.“ Dubrau sah es mit Blick auf gesparte Wegstrecken praktischer: „Wer im Zentrum wohnt statt in der Peripherie, gewinnt pro Tag zwei Stunden Lebensqualität.“

So viel Werbung hatten die Investoren nicht erwartet. Klaus Groth, der vor einigen Jahren das Tiergarten-Dreieck (mit der CDU-Parteizentrale) allein stemmte, musste sich für die vier Wohnhäuser mit der bayerischen Projektgesellschaft Investa von Klaus Laminet und der niederländischen Kondor-Wessels-Gruppe mit Geschäftsführer Jos Hegemann zusammentun. Wohnungen für die gehobenen Ansprüche sind für Investoren in Berlin lukrativ, seitdem Büros schon für drei bis sieben Euro zu mieten sind.

Am Köbis-Dreieck ist als einziges Haus bisher die Deutschlandzentrale von KPMG im Bau. Verträge gibt es auch über einen Erweiterungsbau für die Adenauer-Stiftung. Außerdem sind Botschaften geplant.

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