Exotische Haustiere in Berlin : Jonas Hänsels Liebe zum Chamäleon

Jonas Hänsel hat in seiner Friedenauer Wohnung ungewöhnliche Mitbewohner: Chamäleons. Am Sonntag stellt er sie auf der Terraristikbörse aus.

Ronja Straub
Fast wie in Madagaskar. Für seine Chamäleons hat Jonas Hänsel einen warmen Raum eingerichtet. Die Terrarien werden stets feucht gehalten.
Fast wie in Madagaskar. Für seine Chamäleons hat Jonas Hänsel einen warmen Raum eingerichtet. Die Terrarien werden stets feucht...Foto: Georg Moritz

Mit einem Drucksprüher ausgestattet betritt Jonas Hänsel den „Madagaskar-Raum“, wie er ihn nennt. In dem großen Zimmer in der Friedenauer Dreizimmerwohnung stehen einige Terrarien, keine Möbel. Denn der 26-Jährige und seiner Freundin haben tierische Mitbewohner. In jedem der Terrarien lebt ein Chamäleon – zehn sind es insgesamt. Jonas Hänsel schiebt eine der Glasscheiben zur Seite und besprüht die vielen Äste und Blätter darin mit Wasser. Das macht er jeden Tag zwei Mal. Die Tiere brauchen viel Wasser. „Ich versprühe jeden Tag 15 Liter“, sagt Hänsel. Die bunten Echsen trinken das Wasser direkt von den Blättern.

Eigentlich ist Hänsel Landschaftsgärtner. Die bunten Tiere sind sein Hobby und seine Leidenschaft. „Chamäleons haben so coole Farben, und ich finde die hervorstehenden Augen bewundernswert“, sagt er. Die Familie der „Farbwechsler“ ist weit verbreitet. Die 160 Arten kommen auf dem afrikanischen Festland, Madagaskar, auf der Arabischen Halbinsel, Indien, Sri Lanka, auf den Seychellen und rund ums Mittelmeer vor. Die bunten Sprenkel und Streifen nutzen die Chamäleons zur Tarnung zwischen Bäumen und Blättern.

Pantherchamäleons, so heißt eine von Hänsels Arten, leben eigentlich auf Madagaskar und sind hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt. Außerdem sind sie wahre Sonnenanbeter. Das heißt Dauerbeleuchtung mit Lampen den ganzen Tag und eine Raumtemperatur von 26 Grad Celsius. Und auch sonst sind die 50 Zentimeter großen Reptilien anspruchsvolle Haustiere. Neben dem Besprühen der Pflanzen muss Hänsel den Raum der Frischluftfanatiker regelmäßig lüften. Und nicht zu vergessen: das Futter. Chamäleons ernähren sich nämlich hauptsächlich von Heuschrecken, Schaben und Fliegen. Das alles ist zeitaufwendig und teuer. „Alles in allem komme ich auf rund 200 Euro im Monat für das Futter der zehn Tiere“, sagt der Gärtner. Außerdem habe er eindeutig höhere Nebenkosten als andere. „Aber das ist es mir wert“, ergänzt Jonas Hänsel.

Sein Lieblingstier ist das Pantherchamäleon „Rango“. Er war das erste Tier, das er sich gemeinsam mit seiner Freundin angeschafft hat. Und ihn würde er niemals verkaufen. Manch andere aus der Nachzucht gibt der Berliner auf Messen oder Börsen an andere Chamäleon-Halter ab. Das Handeln von Reptilien im Internet sei für ihn ein zwiespältiges Thema. „Ich fände es nur okay, wenn ich den Käufer kennenlerne und merke, dass er gewisse Vorkenntnisse hat“, betont Hänsel. Für ihn sei das jedoch nichts.

Für seine Chamäleons muss Hänsel aber auch das ein oder andere Mal ein Opfer bringen: Urlaub kann er nicht so häufig machen. Denn die Tiere nehmen so viel Zeit in Anspruch, dass er nicht oft wegfahren kann. „Manchmal mache ich dann einfach Urlaub in Berlin“, sagt er und lacht.

Die Terraristikbörse, auf der auch Jonas Hänsel ausstellt, findet am Sonntag von 10–15 Uhr in den Tegeler Seeterrassen in der Wilkestraße 1 statt. An den Ständen der 50 Aussteller findet der Besucher Echsen, Schlangen, Spinnen, Insekten und andere Tiere.

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