Berlin : Exotischer Basar

Noch bis Sonntag lockt der Import Shop auf dem Messegelände

Judith Jenner

Die Bongo-Rhythmen hört man schon am Eingang von Halle 8.1. Sie kommen von dem Stand „Disco Africa“, einem Plattenladen mit afrikanischer Musik. Um so zu trommeln wie der südafrikanische Musiker Nddela, kann man ein paar Meter weiter das richtige Instrument kaufen. Gerd „Kofi“ Wolf aus Potsdam empfiehlt für Anfänger eine Djembe aus Ghana. „Wichtig ist die richtige Größe und dass man das Fell nachspannen kann“, sagt er. Er war schon oft in Ghana und hilft seinen afrikanischen Freunden am Stand aus.

Ein Rundgang über die Import Shop Berlin in den Messehallen am Funkturm gleicht einem Mini-Urlaub. Im afrikanischen Dorf, das im Wesentlichen aus einer lehmfarbenen Hütte besteht, kann man Abdulai Kamera beim Schnitzen beobachten. Er bearbeitet mit einer kleinen Axt ein Holzstück, das später einmal einen Menschen in Denker-Pose darstellen soll. Hinter ihm rattert die Nähmaschine von Madou Giop aus Senegal. Aus buntbedruckter Baumwolle fertigt er traditionelle Gewänder. Man kann die Stoffe aber auch als Tischdecke benutzen.

Monika und Lothar Schleuß sind Stammkunden beim Import Shop. Sie haben bereits eine finnische Kette und eine italienische Tasche gekauft. „Ich mag Flair und die verschiedenen Gerüche“, sagt Lothar Schleuß. Selbst die Stoffe riechen irgendwie exotisch. Seit zwei Stunden lässt sich das Ehepaar durch die Gänge treiben. „Ein bisschen wie ein riesiger Basar“, findet auch Ingeborg Ackermann aus Tiergarten die Messe unter dem Funkturm. Und überall gibt es etwas zum Anfassen, Ausprobieren und Kosten. Rund 80 Prozent der Besucher, so ergab eine Umfrage, nutzen die Messe, um schon Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

Ein angenehmes Kribbeln verursachen die koreanischen Metallringe in Halle 9. Man zieht sie über Finger oder Zehen und stimuliert damit Akkupunkturpunkte. Von Korea sind es nur ein paar Meter nach Ecuador. Am Stand von Livio Maucheno sind die Pullis aus Alpaka-Wolle der Verkaufsschlager. Praktisch sind auch die weißen Panamahüte, die man zusammengerollt in eine Holzschatulle stecken kann. „So zerknicken sie auch auf Reisen nicht“, sagt eine Verkäuferin.

Eine Kiste mit 28 Kilo Kleidung steht in Halle 7.1c. „So viele Pullis, Hosen und T-Shirts kauft sich der Durchschnittsdeutsche im Jahr“, sagt Evelyne Bahn von der Organisation inkota e.V. Schülern aus Grund- bis Berufsschulen erklärt sie, wie in Entwicklungsländern von Kindern in ihrem Alter Markenklamotten produziert werden. Um fairen Handel geht es auch an anderen Ständen des Schüler-Bildungsprogramms „Was braucht der Mensch“.

Für einen guten Zweck verkauft Petra Hautzel gesalzene und kandierte Kürbiskerne, Kürbisöl und von ihr erfundenes Kürbiskernpesto. Mit dem Gewinn unterstützt sie ein Tierheim in der Nähe von Würzburg. „Ich mag die internationale Atmosphäre“, sagt sie. Und ihre Stammkundschaft kann in jedem Jahr mit neuen Kürbiskreationen rechnen.

Import Shop Berlin, bis zum 13.11. auf dem Messegelände, Eintritt 9 Euro, ermäßigt 6,50 Euro, Informationen unter www.importshop-berlin.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben