Berlin : Experte und Einzelgänger

Zum Weddinger Bombenleger gibt es Hinweise, aber keine konkrete Spur

Nach dem Bombenanschlag am Sonntag in Wedding sind bei der Polizei inzwischen zehn Hinweise eingegangen. Eine konkrete Spur zum Täter haben die Ermittler jedoch bislang nicht. „Allen Hinweisen wird derzeit intensiv nachgegangen“, sagte eine Polizeisprecherin.

Wie berichtet, wurde ein Spaziergänger schwer verletzt, als er in einem Gebüsch im Schillerpark die in einer Aldi-Tüte versteckte Rohrbombe auslöste. Der 58-Jährige lag am Dienstag noch immer mit Verletzungen im Gesicht und an den Beinen im Virchow-Klinikum. Er musste am Auge operiert werden. Spekulationen, der Mann selbst könnte der Bombenleger sein, bezeichneten Sicherheitskreise als unlogisch. Der Mann hatte seinen Hund dabei, den er höchstwahrscheinlich nicht hätte gefährden wollen, hieß es. Erst recht, da ein sozial isolierter Täter zu vermuten sei, der garantiert nicht sein geliebtes Tier einer Explosionsgefahr aussetzen würde.

Da es kein Bekennerschreiben gibt, bleibt das Motiv des Täters im Dunkeln. Die Sprengstoffexperten untersuchen die Bombenreste. Bei der Rohrbombe, die im Mai am Nordufer in Wedding gefunden wurde, gehen die Ermittler davon aus, dass sie vom selben Täter stammt. Bei den zwei weiteren Sprengsatzfunden in Wedding 2007 und 2008 wird ein Zusammenhang noch geprüft.

Klar ist auch, dass sich der Bombenbastler mit der Materie auskennt. Eine Bombe mit Zünder, der auf Berührung reagiert, ist schwierig herzustellen. Die Polizei bittet weiterhin Zeugen, die im Schillerpark am Sonntag eine Person mit Aldi-Tüte gesehen haben, sich zu melden. Telefon: 4664 909 040 fan, jra

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