Berlin : Explosion zerriss die Disko-Nacht

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Der 4. April 1986 war ein Freitag. Kurz vor Mitternacht drängen sich die Menschen auf der Tanzfläche der Diskothek La Belle. Vor allem amerikanische Soldaten tanzen hier an der Schöneberger Hauptstraße 78, vergnügen sich mit ihren Berliner Freundinnen und dem gerade ausgezahlten Sold. Gespielt wird vor allem Funk und Blues im La Belle, die meisten der Besucher kennen sich vom Sehen. 260 Besucher sind da, als zwei blonde Frauen den Tanzsaal betreten, Andrea und Verena. Die beiden sind 20 und 27 Jahre alt und haben eine große Stofftasche dabei. Sie setzen sich auf eine Eckbank an der Bar, trinken Cocktails "Kiwi Wonder", plaudern etwas mit anderen Gästen, die eine der Frauen tanzt sogar. Eine der Frauen stellt die Zeituhr scharf. Um 1.35 Uhr verlassen die beiden Frauen zügig die Diskothek - die Stofftasche lassen sie da.

Um 1.40 Uhr zündet die Bombe. Drei Kilogramm Plastiksprengstoff, der mit Eisenstücken durchsetzt ist, explodieren. Drei Menschen werden zerrissen: Ein 21-Jähriger GI und eine 28 Jahre alte türkische Verkäuferin verbluten sofort; ein zweiter GI stirbt Wochen später in einem Krankenhaus. Dem 25-Jährigen waren beide Unterschenkel abgerissen worden. Fast alle der Anwesenden, nämlich 230, werden verletzt, den meisten platzte bei der Detonation das Trommelfell. 53 La-Belle-Besucher werden schwer verletzt, sie werden von Nachfolgenden überrannt, sind großflächig verbrannt, von Eisenteilen durchbohrt. Einige verlieren Arme oder Beine; die psychischen Schäden zermürben noch nach 15 Jahren.

Durch die Wucht der Detonation stürzt die Decke auf die Menschen, die zum Ausgang flüchten. Das Licht erlischt, die Vorderfront und die Seitenmauern sind zerstört, in der Rückfront klafft ein Loch.

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