Fach Ethik : Zöllner will Brücken bauen

Nach der gescheiterten Volksabstimmung zu Pro Reli appelliert Bildungssenator Zöllner an Ethik- und Religionslehrer, mehr zu kooperieren.

Susanne Vieth-Entus

Vor dem Hintergrund der gescheiterten Volksabstimmung von Pro Reli hat Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) an Religions- und Ethiklehrer sowie Schulleiter appelliert, die vorhandenen Kooperationsmöglichkeiten „mit Leben zu erfüllen“. Im Hinblick auf Berichte von Religionslehrern, wonach Ethiklehrer eine Kooperation mit ihnen verweigern, verwies Zöllner auf das Schulgesetz. „Wille des Gesetzgebers ist es, dass kooperiert wird“, machte der Senator deutlich. Allerdings sei Ethik ein junges Fach, und Kooperationen brauchten „Zeit zum Wachsen“.

Zöllner begrüßte es nochmals ausdrücklich, dass es in Berlin bei dem verpflichtenden gemeinsamen Ethikunterricht ab Klasse 7 bleibt und das Fach nicht zugunsten von Religionsunterricht abgewählt werden kann. Das heiße aber nicht, „dass man Gutes nicht noch besser machen kann“. Deshalb will der Senator jetzt eine Lehrplankommission für das im Jahr 2006 völlig neu eingeführte Fach Ethik berufen, kündigte er am Mittwoch gegenüber dem Tagesspiegel an. „Diese Lehrplankommission kann die Erfahrungen der ersten beiden Jahrgänge auswerten und nach Optimierungsmöglichkeiten suchen“, schlägt Zöllner vor. Das gelte auch für die Unterrichtsmaterialien.

Unterdessen warf Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU) in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung am Mittwoch dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor, den „tiefen Riss“, der „in Fragen dieser Art“ durch die Stadt gehe, zu „bejubeln“, anstatt beide Seiten zusammenzuführen. Wowereit wies den Vorwurf zurück. Es sei zudem falsch, angesichts der klaren Niederlage der Initiative „Pro Reli“ von einer Spaltung der Stadt zu sprechen. Susanne Vieth-Entus

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