• Fachkräftemangel: Kampagne soll Unternehmen und jugendliche Migranten zusammenbringen

Fachkräftemangel : Kampagne soll Unternehmen und jugendliche Migranten zusammenbringen

„Berlins Wirtschaft braucht Dich“: Mit einer Plakat- und Internetkampagne will der Senat dem Fachkräftemangel entgegenwirken und das Selbstbewusstsein von Jugendlichen mit Migrationshintergrund heben.

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Gemeint sind Jugendliche mit Migrationshintergrund, die dem Fachkräftemangel entgegenwirken sollen. Momentan machen sie in Berlin 40 Prozent der Heranwachsenden aus. Tendenz steigend. Die Plakat- und Internetkampagne der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, der IHK und der Handwerkskammer, die am Montag vorgestellt wurde, soll Unternehmen sensibilisieren und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen fördern. „Wir wollen weg von der Problembetrachtung und die Berührungsängste vonseiten der Arbeitgeber minimieren“, sagte Arbeitssenatorin Carola Bluhm (Linke).

„Um den Bedarf an Fachkräften für die Berliner Wirtschaft zu sichern, müssen wir das ungenutzte Potenzial erschließen, das in Jugendlichen mit Migrationshintergrund schlummert“, sagte IHK-Präsident Eric Schweitzer. Es geht um Potenzial, das Berlin und Brandenburg dringend braucht. Die Bilanz der Angebots- und Nachfrageseite zeigt, dass zukünftig rund 460 000 Arbeitsplätze nicht besetzt werden können, weil Qualifikation oder Arbeitskräfte fehlen. „Das sind rund 18 Prozent der benötigten Erwerbstätigen aller Qualifikationsstufen, die bis 2030 fehlen werden, wenn keine Maßnahmen eingeleitet werden“, sagte Margrit Zauner Leiterin des Referats „Berufliche Qualifizierung“ in der Senatsverwaltung. Die Kampagne ist Teil des sogenannten „Masterplans Qualifizierung“, der derzeit von der Senatsverwaltung und Wirtschafts- und Sozialpartnern erarbeitet wird.

Sowohl die Mitglieder der IHK als auch der Handwerkskammer sollen mit der Kampagne gezielt angesprochen werden. „Es geht vor allem um einen Wandel in den kleinen und mittelständischen Unternehmen“, sagte Bluhm. Nicht gewollt sei eine Quote. Man brauche „ihre Bereitschaft, es mit den Jugendlichen zu probieren“, sagte Uwe Wagner, Regionalleiter der Hornbach-Baumarkt AG. Neben der ALBA AG, der GRG Service Group und der Gegenbauer-Gruppe unterstützt auch sein Unternehmen die Kampagne mit Ausbildungsplätzen für Migrantenkinder. „Wir wollen ihren Anteil in Betrieben in Berlin-Brandenburg auf 20 Prozent erhöhen“, sagte Claus Kohls, Personaldirektor der Gegenbauer-Holding.

„Die Kampagne ist nicht nur ein Appell, sondern wir wollen langfristig das Problem der Warteschleifen beenden“, sagte Handwerkskammer Präsident Stephan Schwarz. In Berlin seien 60 Prozent der Schulabgänger davon betroffen, keine Lehrstelle zu finden und sich in berufsvorbereitenden Maßnahmen aufhalten zu müssen. Erste Früchte habe die Kampagne im öffentlichen Dienst getragen: „Die Zahl der Auszubildenden mit Migrationshintergrund hat sich dort in den letzten drei Jahren fast verdreifacht und lag Ende 2009 bei 19,5 Prozent“, sagte Senatorin Bluhm. Hadija Haruna

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