Berlin : Fällaktion im Wilmersdorfer Preußenpark vertagt

CD

Gleich vier BVV-Ausschüsse beschäftigten sich gestern abend in gemeinsamer Sitzung mit Plänen der Wilmersdorfer CDU-Mehrheit, zahlreiche Bäume im Preußenpark zu fällen, damit es weniger Verstecke für Drogenhändler und -konsumenten gibt. Die Entscheidung über Anträge der CDU und Gegenanträge der Grünen wurde jedoch vertagt. Damit wird die "Auslichtung" der Anlage am Fehrbelliner Platz, wenn überhaupt, frühestens im Herbst beginnen. Denn Baumfällungen sind laut Verordnung nur zwischen Oktober und Februar erlaubt. Lediglich im Rahmen der üblichen Pflege stutzen Mitarbeiter des Naturschutz- und Grünflächenamts derzeit einige Gewächse.

Die CDU und ihr Bau- und Umweltstadtrat Alexander Straßmeir hatten sich schon im Dezember für die Fällung von 65 der 117 Bäume in einem Teil des Parks ausgesprochen. Zudem sollen diverse Sträucher verschwinden, dafür würden 2800 Quadratmeter Rasen neu angelegt. Die Kosten werden auf 214 000 Mark geschätzt. Der Maßnahme könnten später weitere folgen, insgesamt ist die Fällung von 178 der rund 1000 Bäume für etwa 500 000 Mark angedacht. Zuvor hatten sich viele Anwohner über die Drogenszene und herumliegende Spritzen beschwert. Gestern relativierten Polizeivertreter das Problem allerdings: Man beobachte zwar regelmäßig Drogenkonsum, der Rauschgifthandel sei aber "nicht nennenswert". Bedenken äußerten die Beamten vom zuständigen Abschnitt 26 und vom Landeskriminalamt gegen Vorschläge der Grünen, Spritzenautomaten aufzustellen und Streetworker sowie ein Drogenhilfe-Mobil einzusetzen. Dies hätte eine "Sogwirkung".

Zur Sitzung waren auch rund 60 Anwohner gekommen, von denen mehrere zu Wort kamen. Sie lehnten Fällungen ab und forderten andere Lösungsideen.

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