Berlin : Fahndung nach Olaf Staps: Intensive Suche ohne Erfolg

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Fast sieben Monate ist es her, dass Olaf Staps ein Handgranatenattentat auf die PDS-Gedenkdemonstration für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht androhte. Seither ist der 39-Jährige verschwunden. Sämtliche Fahndungsmaßnahmen der Polizei waren erfolglos. Zwar gebe es einige Anhaltspunkte und Hinweise auf die Aufenthaltsorte von Staps, sagte ein Kriminalbeamter, eine konkrete Spur habe sich aber noch nicht ergeben. Auf die Ergreifung von Staps sind 10 000 Mark Belohnung ausgesetzt.

Möglicherweise ist Staps in die Berliner Halbwelt abgetaucht und hält sich zumindest zeitweise im Rotlichtmilieu auf, wo er gegen Arbeitsdienste vor der Polizei verborgen wird. Tatsächlich weiß aber niemand, ob er sich überhaupt noch in Berlin aufhält.

Durch seine Drohung im Januar, die Gedenkdemonstration mit Maschinenpistole und Handgranaten anzugreifen, bekam Staps eine zweifelhafte Popularität. Inzwischen zählt er zu den zehn meistgesuchten Personen der Berliner Polizei.

Staps stammt aus dem thüringischen Jena und kam 1986 nach Berlin. 1998 zündete er seine Wohnung an der Grünberger Straße in Friedrichshain an, nachdem ein Streit mit dem Vermieter eskaliert war und dieser ihm gekündigt hatte. Mit der Wohnung und persönlichen Dingen, die im Feuer vernichtet wurden, zerstörte Staps seine Existenzgrundlage. Der PDS, mit der er sich solidarisiert hatte, warf er vor, ihn in seiner Auseinandersetzung mit dem Vermieter und dem Bezirksamt nicht unterstützt zu haben. Dies war ein weiterer Stein des Mosaiks, das schließlich im Januar mit der Attentatsdrohung vollendet wurde.

Nach dem konfusen Drohschreiben von Staps wurde die PDS-Demonstration aus Sicherheitsgründen um eine Woche verschoben und dann von der Polizei gesichert wie ein Staatsbesuch. Mehrere tausend Polizisten waren unterwegs, um den Anschlag auf die etwa 100 000 Teilnehmer zu verhindern. Aber Staps kam gar nicht.

Wochen danach gab Staps persönlich ein neues Schreiben beim Pförtner einer Berliner Zeitung ab. Darin behauptete er, die Drohung nicht ernst gemeint zu haben: "Weder besaß ich die Mittel zur Realisierung dieser Drohung, noch versuchte ich je, sie mir zu verschaffen. Wäre die Drohung ernst gemeint gewesen, wäre sie nicht erfolgt und nicht gegen diese Veranstaltung."

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