Fahndung : Polizei hat neue Spur im Sextäter-Fall

Bei der Suche nach dem Mann, der schon mehrere Mädchen missbraucht hat, waren Spezialsuchhunde im Einsatz. Der Täter hat auch im März dieses Jahres versucht, Mädchen anzulocken.

Tanja Buntrock

Bei der Fahndung nach einem Sexualstraftäter, der seit Ende 2006 fünf Mädchen im Grundschulalter im Ostteil der Stadt missbraucht hat, ist die Polizei auf eine neue Spur gestoßen: Nachdem die Serie nach der letzten Tat am 28. Januar 2008 im Stadtpark Lichtenberg zunächst ein Ende fand, hat der Täter offenbar auch im März dieses Jahres in der Havemannstraße in Marzahn zwei Mädchen (acht und neun Jahre) angesprochen, um sie von der Straße wegzulocken – ohne Erfolg.

Diesen Verdacht konnten die Fahnder dank speziell ausgebildeter Personensuchhunde, sogenannter Mantrailer, konkretisieren. Die Ermittler hatten diese Tiere aus Nordrhein-Westfalen angefordert. Mantrailer verfügen über eine so feine Nase, dass sie selbst kleinste Haut- und Schuppenpartikel noch nach Monaten erschnüffeln und die Fährte aufnehmen können. In den vergangenen Wochen setzten die Ermittler des Fachdezernates fünf dieser Spezialhunde ein – darunter auch den zehn Jahre alten „Anton“ (siehe Foto), einen Gordon-Setter. Die Hunde haben bislang 45 Kilometer, vornehmlich im Ostteil der Stadt, abgesucht. „Aus den Reaktionen der Tiere konnten die Hundeführer interpretieren, ob und wo der Gesuchte sich aufgehalten hat“, sagte ein Ermittler. Denn jeder Mensch sondert, selbst ohne sich zu bewegen, rund 100 000 Partikel von Haut und Kleidung pro Minute ab. Mithilfe der Mantrailer – die Methode stammt aus den USA – soll das Bewegungsbild des Täters verfeinert werden.

Seit Januar läuft zudem eine DNA-Reihenuntersuchung, bei der die Polizei 500 Männer um Speichelproben bittet: Es sind diejenigen Personen, die zum Zeitpunkt der ersten Tat des Mannes im Januar 2006 in der Mobilfunkzelle des Tatorts eingeloggt waren. Die Fahnder wissen nämlich, dass der Gesuchte kurz nach der Vergewaltigung mit seinem Handy telefoniert haben muss. Bislang konnten im Zuge der Speichelproben-Entnahme 147 Männer als Täter ausgeschlossen werden. Zudem erhielten die Beamten zu dem Fall bislang 560 Hinweise – so viel wie noch nie bei einer derartigen Tat.

Der Vergewaltiger– er ist circa 30 bis 40 Jahre alt, hat kurzes Haar mit auffälligen Geheimratsecken – ging bislang immer nach der gleichen Methode vor: Er spricht Mädchen im Alter zwischen sechs und neuen Jahren auf dem Heimweg von der Schule an, lockt sie dahin, wo er meint, nicht gesehen zu werden, und vergeht sich an ihnen. Dabei soll er mit den Opfern immer dieselben sexuellen Fantasien ausleben.

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