Berlin : Fahren zum Schleuderpreis

Autovermieter ringen mit einem Preiskampf um Kunden

Cay Dobberke

Der neueste Billig-Autovermieter in Berlin kam am Donnerstag erst spät in Fahrt: Die Internetseite von InterRent, über die alle Buchungen abgewickelt werden, war zunächst nicht erreichbar. Nachmittags gelang der Start dann aber doch. Die Firma lockt mit Tagespreisen ab 8,99 Euro für einen VW Golf. Ähnlich werben seit kurzem auch andere Verleiher. Allerdings gibt es viele Klauseln und Einschränkungen. Die Verbraucherzentrale Berlin kündigte eine Überprüfung an.

Bei InterRent ist keine Kaskoversicherung enthalten. Das Auto muss „in sauberem Zustand“ abgegeben werden, will man Mehrkosten vermeiden. Zudem ist unklar, wie früh der Kunde buchen muss, um nur 8,99 Euro zu zahlen. Die Preise hängen von der „aktuellen Auslastung“ des Fuhrparks ab.

Nach dem Vorbild von Billigfluglinien arbeitet auch Navicar. In Berlin hat die Firma seit dem Vorjahr sechs Stationen. „Wir wollen bundesweit expandieren“, sagt Marketingchefin Birgit Kallabis. Ab 9 Euro täglich gibt es einen „Smart“ oder „Ford Fiesta“ – wenn der Kunde zwölf Wochen vorher reserviert. Kurzfristigere Buchungen waren im Tagesspiegel-Test für knapp 20 Euro möglich Kasko-Schutz kostet extra. Auch Navicar verlangt, dass der Wagen sauber abgegeben wird und kassiert sonst 14 Euro mehr. „Die meisten Kurzzeitmieter reinigen selbst“, heißt es.

Bei „maxhopp“ gibt es seit Monatsbeginn sogar einen Smart für einen Euro pro Tag. Das Unternehmen ist vor allem eine Werbeagentur: Möglich wird der Preis durch Reklame, die an den Autos klebt. Berlin ist nach Hamburg die zweite Stadt, in der die Idee umgesetzt wird.

„Der Haken? Es gibt keinen“, heißt es. Das aber sieht Bernd Ruschinzik von der Verbraucherzentrale ganz anders. Als „unangemessene Benachteiligung des Kunden“ kritisiert er, dass die um einen Tag verspätete Rückgabe 300 Euro kosten soll. Dieser Fall kann leicht eintreten, denn die Station in der Friedrichstraße öffnet nur von 16.30 bis 17.30 Uhr.

Marketingleiter Steffen Müller von maxhopp sagt dazu, man müsse die Autos wegen der Werbegelder sofort neu vermieten. Damit die Reklame gut sichtbar ist, wurden die Smarts elektronisch gebremst: Bei Tempo 60 ist Schluss. Zudem muss der Kunde den Wagen für drei Tage mieten und täglich 30 Kilometer fahren. Jeder „Minderkilometer“ kostet einen Euro. Auch das nennt die Verbraucherzentrale „unzulässig“.

Einen Mittelweg geht „Starcar“ mit zwei Filialen in Berlin. Einen Smart gibt es für 20 Euro pro Tag. Kasko-Schutz kostet extra, ansonsten ähneln die Bedingungen denen der größeren und teureren Firmen. Stationsleiterin Ines Bleich sieht keinen klaren Trend zu Tiefstpreisen. Allerdings würden diese in jüngster Zeit „viel stärker beworben“.

Billige Mietwagen im Internet:

www.interrent.com

www.navicar.de

www.maxhopp.de

www.starcar.de

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