Berlin : Fahrer belastet Ex-Chef der Treberhilfe

Der Chauffeur von Harald Ehlert hatte nach drei Jahren „die Faxen dicke“. So schilderte es der 57-jährige Fahrer am zweiten Tag im Prozess gegen den Ex-Chef der Treberhilfe. Er habe bis zu 22 Stunden am Tag arbeiten müssen – bei 1800 Euro brutto im Monat. Für die Juristen ging es um die Frage: Gab es private Fahrten mit dem Dienst-Maserati und dem BMW X5 der Treberhilfe? Der Zeuge nickte und nannte Reisen zur Mutter Ehlerts in Detmold, zur Lebensgefährtin des Chefs in Friedenau, zu einem Bootcenter, zum Weihnachtsmarkt in Leipzig.

Ehlert, Gründer und langjähriger Geschäftsführer des Sozialdienstleisters, muss sich wegen Steuerhinterziehung verantworten. Der 51-Jährige soll gegenüber dem Fiskus verschwiegen haben, dass die noblen Dienstfahrzeuge auch privat genutzt wurden. Deshalb seien dem Fiskus 43 000 Euro an Einkommens- und Lohnsteuern entgangen. Zudem hätte die Treberhilfe aus Sicht der Ermittler den Status Gemeinnützigkeit wegen der Luxuswagen bereits 2007 verloren. Weil das Finanzamt getäuscht wurde, seien vom Unternehmen Steuern in Höhe von 568 000 Euro nicht gefordert worden.

Nachdem der Dienst-Maserati mit 28 km/h zu viel geblitzt worden war, kam die Affäre um Ehlert und seinen Lebensstil ins Rollen. Der Chauffeur sagte: „Es gab so viel.“ Nach einem Urlaub stellte er beispielsweise fest, dass der Maserati um 5000 Kilometer mehr auf dem Tacho hatte. Ehlert soll in Frankreich gewesen sein. Der Angeklagte hörte es kopfschüttelnd. Ehlert hat die Vorwürfe über seinen Anwalt bestritten. Er wird möglicherweise Freitag aussagen. K.G

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