Berlin : Fahrer verzichten jetzt auf freie Tage

BVG und S-Bahn sind am Ende ihrer Möglichkeiten

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Kirchentag, FußballEndspiel und internationaler Kindertag in der Wuhlheide – die heutigen Großveranstaltungen bringen die BVG und die S-Bahn ans Ende ihrer Möglichkeiten. Bereits gestern gab es vor allem beim Bus zum Teil erhebliche Verspätungen. Alles, was fahren könne, sei im Einsatz, sagte BVG-Sprecher Wolfgang Göbel. Die meisten Fahrer hätten gestern und heute sogar auf die ihnen zustehenden freien Tage verzichtet.

Bei den Bussen wurde es besonders auf den Linien 100, 148 und 200 sehr eng. Fahrgäste mussten zum Teil an den Haltestellen zurückbleiben. Bis zu 13 zusätzliche Busse seien allein auf der Linie 100 vom Bahnhof Zoo über das Brandenburger Tor und den Alexanderplatz zur Mollstraße/Prenzlauer Allee eingesetzt worden, sagte Göbel. Trotzdem gab es nach Angaben von Fahrgästen Wartezeiten bis zu 15 Minuten.

Den Spitzenverkehr gibt es heute Abend, wenn sich auf dem Messegelände bis zu 200 000 Besucher des Kirchentages drängen und gleichzeitig rund 70 000 Fußball-Fans zum Pokalendspiel ins Olympiastadion strömen. Da die Anfahrt sich über mehrere Stunden erstreckt, liegt das Problem bei der Rückfahrt, wenn alle gleichzeitig los wollen. Die Veranstaltungen des Kirchentages und des Fußballspiels enden zwar zeitversetzt, doch trotzdem bittet die BVG die Fans, nach Spielschluss noch etwa auszuharren.

Weil die S-Bahn zwischen den Bahnhöfen Zoo und Charlottenburg unterbrochen ist, liegt die Hauptlast bei der U-Bahn-Linie U 2. Statt 32 Zügen wie sonst schickt die BVG heute 40 bis 45 auf die U 2. Zusätzliche Wagen werden von der U 1 (Warschauer Straße - Krumme Lanke) abgezogen, wo die Züge dann mit weniger Fahrzeugen fahren werden. Ein Teil der Züge befindet sich auch in der Werkstatt. Der BVG fehlen neue Fahrzeuge für die Linien 1 bis 4. Zum Teil muss sie Züge einsetzten, die 30 Jahre und älter sind. Zusätzliche Busse fahren vom Olympiastadion zum Rathaus Spandau und bei Bedarf auch ins Zentrum.

Die S-Bahn lässt die Züge zwischen Olympiastadion und Charlottenburg alle fünf Minuten fahren. Weiter zum Zoo geht es dann aber nur mit Regionalbahnen oder Bussen.

Hin und wieder stellen auch die Veranstalter die Verkehrsbetriebe vor Probleme. So wurde die S-Bahn am Donnerstag von einer Veranstaltung in der Waldbühne überrascht, die ursprünglich erst für heute vorgesehen war. Kurzfristig habe man dann die Reservezüge Richtung Waldbühne geschickt, sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Gebraucht worden waren sie aber nicht. kt

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