Berlin : Fahrerflucht nach tödlichem Unfall

Wagen stieß frontal mit Radlerin zusammen – Polizei hofft, das Auto durch Lacksplitter zu ermitteln

Jörn Hasselmann

Ein Autofahrer hat am Samstagmorgen eine 29 Jahre alte Radfahrerin angefahren, die dabei tödliche Verletzungen erlitt. Danach ist er geflüchtet, ohne sich um sein Opfer zu kümmern. Sein Auto erfasste die Frau zwischen 5.30 und 5.45 Uhr auf der Kreuzung Weidenweg/Straße der Pariser Kommune in Friedrichshain. Die sterbende Frau wurde wenig später von Passanten auf der Fahrbahn liegend gefunden. Sie blutete aus mehreren Wunden am Kopf. An ihrem Rad brannte noch das batteriebetriebene Vorder- und Rücklicht. Die Frau, die auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle war, erlag eine Stunde später ihren Verletzungen. Einen Helm hatte sie nicht getragen.

Die Friedrichshainerin wollte vermutlich die Kreuzung überqueren. Das Auto stieß frontal mit ihr zusammen, das Vorderrad ist stark beschädigt. Aus welcher Richtung das Auto kam, ist unklar. Auch weiß man noch nicht, ob die Frau sich durch den Zusammenstoß mit dem Auto oder durch den Aufprall auf den Asphalt verletzte. Überfahren wurde sie nicht. Klar ist nur, dass der Fahrer den Unfall bemerkt haben muss. Zeugen hat die Polizei bislang nicht ermitteln können, hofft aber, dass sich doch noch ein Frühaufsteher melden könnte: Telefon 4664-33316.

Die 29-Jährige fuhr auf der Fahrbahn des Weidenwegs Richtung Westen. Sie hatte zusätzlich zu Beleuchtung am Rad noch auffällige Reflektoren an ihrer Kleidung. Die Frau ist bereits der 20. Radfahrer, der in diesem Jahr ums Leben kommt, insgesamt starben 57 Menschen im Verkehr.

Die Fahnder setzen jetzt auf Lackspuren oder Glassplitter, um den Verursacher zu finden. Denn der winzigste Lacksplitter ist für die Kripo so gut wie ein Fingerabdruck. In einer Kartei des Bundeskriminalamtes sind fast 40000 Lacksorten erfasst – so gut wie jede Farbe, die in Europa gemischt wurde. In 90 Prozent der Fälle können so Marke, Typ und Baujahr bestimmt werden – die Eigentümer dieser Fahrzeuge erhalten dann Besuch von der Polizei.

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