Berlin : Fahrgäste können lange warten

Seit Mittwoch streiken Berlins Busfahrer und der organisierte Notfahrplan läuft nicht problemlos. Glücklicherweise werden die seit mehr als einer Woche unterbrochenen Verhandlungen im Tarifstreit bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am Freitag wieder aufgenommen.

Verwaiste Haltestellen, Streikposten vor den Busbetriebshöfen: Seit Mittwoch sind wegen des ungelösten Tarifkonfliktes bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) die Busfahrer wieder im Ausstand. Alle Linien mit einer Ausnahme fallen aus: Nur der Flughafenzubringer TXL fährt weiter vom Hauptbahnhof zum Terminal in Tegel. Um ihren Fahrgästen aber zumindest einen „eingeschränkten Ersatz“ zu bieten, hält die BVG mit 130 Bussen privater Unternehmen seit Donnerstag früh einen Notfahrplan aufrecht.

Diese Busse verkehren zwischen fünf und maximal 23 Uhr vor allem als Zubringer zu U-Bahnhöfen und Straßenbahnstopps sowie in Gebieten, die vom Schienenverkehr schlecht erschlossen sind. Dabei fahren sie nur auf Teilstrecken von 22 bestreikten Buslinien.

„Unsere Notbusse rollen alle nach Plan“, zog BVG-Sprecherin Petra Reetz gestern eine erste Bilanz. Mit längeren Wartezeiten müssten die Fahrgäste aber teils rechnen. So verkehren manche Notbusse nur alle 30 Minuten, auf stärker frequentierten Strecken gibt es aber 10- oder 20-Minuten-Takte. Zusätzlich weist die BVG auf Buslinien hin, die weiter uneingeschränkt vom brandenburgischen Umland zu Zielen in Berlin fahren und somit auch von Berlinern innerhalb der Stadt genutzt werden können. Ganz schlecht sieht es allerdings für Nachtschwärmer am kommenden Wochenende aus. Falls die Busfahrer weiter streiken, fallen die Nachtbuslinien komplett aus. Nur einige Linien, die mit Taxen betrieben werden, rollen weiter planmäßig.

Nach Berichten von Fahrgästen kam der Notfahrplan nicht überall reibungslos in Gang. So warteten Spandauer Donnerstag früh vergeblich auf einen Notbus der Linie 134, der sie von Kladow zum Rathaus Spandau bringen sollte. Und auch der vergangene Mittwoch, an dem noch nicht einmal Notbusse rollten, wird vielen Betroffenen unangenehm in Erinnerung bleiben. Zum Beispiel einer Schulklasse, die ihre Koffer vom U-Bahnhof Kurt-Schuhmacher-Platz zum Flughafen Tegel schleppte. Wie lange der BVG-Streik noch anhält, war gestern unklar. Heute wollen die Tarifparteien ab 10 Uhr wieder miteinander verhandeln.

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