Berlin : Fahrpreiserhöhung: Viele Fahrgäste zahlen ab morgen mehr

Klaus Kurpjuweit

Von morgen an wird das Bahn-und Busfahren für die meisten Fahrgäste im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) teurer. Der Einzelfahrschein fürs Stadtgebiet kostet statt 4 Mark dann 4,20, der Preis für Fahrten ins Umland aus dem Zentrum steigt von 4,50 Mark auf 4,70 Mark. Monatskarten werden zwischen 5 Mark und 7 Mark teurer. Für Tageskarten werden in der Stadt 12 Mark fällig, während bisher 8,70 Mark reichten.

Zum Thema Ted: Sanierungsfall BVG: Haben Sie Verständnis für die Fahrpreiserhöhung? Trotzdem kann man heute noch ein Schnäppchen machen - ganz ohne Feilschen. Bis 24 Uhr verkauft die Bahn an ihren Automaten und Schaltern nämlich noch VBB Fahrscheine, auch Monatskarten für August und September, zum alten Preis. Anders als die BVG und die S-Bahn hat sie ihr Verkaufssystem nämlich noch nicht umgestellt. Grafik:
Sind Fahrscheine in anderen Städten billiger?
So hat sich der Fahrpreis entwickelt Mit neuen Angeboten, wie der Freizeitkarte oder dem Berlin-Ticket, sollen aber auch neue Kunden für den Nahverkehr gewonnen werden. Allerdings hat die BVG erst jetzt begonnen, dafür auch zu werben. Nach den Ferien Anfang September will auch der VBB eine Kampagne starten. 1,4 Millionen Mark kann der Verbund dafür ausgeben, weil er eine Steuerrückzahlung erhalten hat.

Die Freizeitkarte kostet 45 Mark im Monat. Sie gilt montags bis freitags jeweils von 18.30 Uhr an bis 3 Uhr des nächsten Tages sowie am Wochenende und an Feiertagen rund um die Uhr in Berlin und im Umland (Tarifzone ABC). Tagsüber ermöglicht die Freizeitkarte den Kauf von Fahrscheinen zum Ermäßigungstarif - für einen Einzelfahrschein 2,90 Mark statt 4,20 Mark.

Zu den ermäßigten Tarifen können vom 1. August an auch die Besitzer des Berlin-Tickets fahren, das bei einem Jahr Gültigkeit 69 Mark kostet. Es gilt nur im Stadtgebiet von Berlin, nicht aber im Umland. Bereits ab sechs Fahrten im Monat hat sich der Kauf gelohnt. Das Berlin-Ticket ist damit von der Funktion her mit der Bahncard der Bahn vergleichbar.

Besser war bisher die Werbung für die Schülerkarten, deren Preis deutlich gesenkt wird. Statt 60 Mark kostet sie in Zukunft im Stadtgebiet (Tarif AB) nur noch 45 Mark. Geschwister zahlen lediglich 30 Mark. Für die Karte hatten Stadtentwicklungssenator Peter Strieder sowie Schulsenator Klaus Böger (beide SPD) in einem über die Schulen verteilten Brief an die Eltern geworben - insgesamt 360 000 Mal.

In letzter Minute geeinigt haben sich BVG und S-Bahn bei der Neuregelung der Premiumkarte, bei der nun tagsüber statt eines Fahrrades ein Kind mitgenommen werden darf. Die S-Bahn wollte diese Regelung anfangs nicht mitmachen. Jetzt ist sie dabei, weil ihr die Stadtentwicklungsverwaltung versprochen hat, sich bei der BVG dafür einzusetzen, dass Anfang 2002 die Kleingruppenkarte wieder eingeführt wird.

Fast alle anderen Fahrscheine - ausgenommen die Jahreskarten und Kurzstreckenfahrscheine - werden vom 1. August an teurer. Vergünstigungen soll es in Zukunft aber auch für Stammkunden geben, kündigte der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Christian Gaebler, jetzt an. Denkbar sei ein Rabattsystem, bei dem die Preise um so mehr fallen, je mehr Käufer sich finden. Einen kleinen Vorteil haben Stammkunden auch nach der Tariferhöhung: Monatskarten gelten dann gleitend; jeder kann den Gültigkeitstermin selbst bestimmen.

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