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E-Bikes : Mit dem richtigen Antritt über alle Berge

28.02.2012 13:49 Uhr
E-Bikes sind inzwischen nicht nur etwas für ältere Semester. Inzwischen gibt es sogar Pedelec-Rennräder. Foto: PromoBild vergrößern
E-Bikes sind inzwischen nicht nur etwas für ältere Semester. Inzwischen gibt es sogar Pedelec-Rennräder. - Foto: Promo

Radfahrer ab 50 Jahren greifen immer stärker auf elektrischen Hilfsantrieb zurück. Doch es gibt Defizite bei der Preisgestaltung und bei der Batterietechnik.

Der E-Bike-Trend kurbelt den Fahrradmarkt an: Im vergangenen Jahr seien knapp 300 000 Räder mit elektrischer Unterstützung abgesetzt worden, sagte Albert Herresthal, Geschäftsführer des Verbundes Service und Fahrrad (VSF), in Berlin. Dies entspreche einer Steigerung von etwa einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt fahren derzeit nach VSF-Schätzungen 700 000 bis 800 000 „Pedelecs“ auf deutschen Straßen und Wegen.

Die Käufer seien nach wie vor älteren Semesters, sagte Herresthal. Insbesondere in ländlichen Regionen erfreuten sich Elektrofahrräder immer größerer Beliebtheit. In Großstädten wie Hamburg und Berlin seien sie hingegen seltener zu sehen.

Dies liege an den kürzeren Distanzen und der höheren Diebstahlgefahr, fügte Herresthal hinzu.

Nach VSF-Angaben waren 2011 im E-Bike führenden Premium-Fachhandel 11,6 Prozent aller verkauften Zweiräder Pedelecs. Im Jahr zuvor waren es 8,9 Prozent. Der Durchschnittspreis lag bei rund 2500 Euro. Bei herkömmlichen Rädern betrug er demnach etwa 1090 Euro.

Zum VSF gehören unter anderem 213 Fachgeschäfte und 40 Hersteller. Der große deutsche Branchenzusammenschluss, der Verband des deutschen Zweiradhandels (VDZ), stellt am 21. März Zahlen zum Fahrradmarkt in Deutschland vor.

Elektroräder sind nach Einschätzung des Chefs des RadClubs Deutschland, Ulrich Fillies, „bisher für die breite Masse kaum erschwinglich“. Der Experte geht davon aus, dass der Marktanteil von derzeit rund zehn Prozent nicht mehr wesentlich wachsen wird, wenn es nicht gelinge, die Jugend für die E-Räder zu begeistern. „Dazu muss aber der Preis runter“, betonte Fillies. Problematisch sei derzeit außerdem noch die begrenzte Haltbarkeit der Batterie. Hier seien aber technische Fortschritte zu erwarten. Elektrofahrräder müssten nicht nur preiswerter werden, die Industrie müsse auch ihr Image verbessern, sagte Fillies. Da sie ab 14 Jahren und ohne Helm gefahren werden dürfen, seien Elektroräder durchaus ein „attraktives Ersatzmofa“. Ein Hersteller erklärte jedoch: „Bisher ist unsere Kundschaft eher 50 Plus.“ Nach Fillies Angaben wuchs die Zahl der in Deutschland verkauften Elektrofahrräder von 150 000 im Jahr 2009 auf 200 000 im Jahr 2010. Im Fahrradland Holland sei der Absatz bereits wieder leicht rückläufig.

Der Name Pedelec kommt von Pedal Electric Cycle. Es unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor bis 250 Watt während des Tretens und bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Die Unterstützungskraft kann in mehreren Stufen eingestellt werden und ist abhängig davon, wie kräftig der Fahrer in die Pedale tritt. Das gewöhnliche Pedelec ist dem Fahrrad rechtlich gleichgestellt. Es gibt aber bereits Pedelecs, deren Tretkraftunterstützung weit über 25 Stundenkilometer hinausreicht. „Für diese sogenannten schnellen Pedelecs gibt es noch gar keine eigenen straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften“, sagt KFZ-Experte Armin Eckert von der Gothaer Versicherung. Fest steht, dass schnelle Pedelecs eine Betriebserlaubnis benötigen, um im öffentlichen Verkehr verwendet werden zu dürfen. Schnelle Pedelecs mit einer Tretkraftunterstützung von bis zu 45 Stundenkilometern und einer Anfahrhilfe bis 20 Stundenkilometer werden in der Regel mit einer Betriebserlaubnis als Leichtmofa angeboten und benötigen dann auch eine Kfz-Haftpflichtversicherung mit dem dazu gehörigen Versicherungskennzeichen. Nicht versicherungspflichtig ist ein Pedelec ohne oder auch mit Anfahrhilfe bis sechs Stundenkilometer sowie mit einer Tretunterstützung bis lediglich 25 Stundenkilometern. Hier schützt bereits die Privathaftpflichtversicherung gegen Forderungen von Unfallgegner. (dapd/dpa/Tsp)

Was halten Sie von der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), dass bei unverschuldeten Unfällen Radfahrer ohne Schutzhelm Anspruch auf vollen Schadenersatz haben?

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