Radtour : Durchs wilde Land

Starten in Storkow und dann immer an Seeufern entlang. Mal fühlt man sich wie in Kanada, mal wie daheim unter Linden.

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Binnendüne Waltersberge Foto: Tourismusverein Storkow
Binnendüne WaltersbergeFoto: Tourismusverein Storkow

Tierfilmer Heinz Sielmann wusste genau, warum er mit seiner Naturschutz-Stiftung im Jahr 2001 die Patenschaft für die Groß Schauener Seen bei Storkow im Süden Brandenburgs übernahm. Er sicherte auf diese Weise langfristig eine einmalige Flachwasser-Seenkette mit Erlenbrüchen und Feuchtwiesen, Röhrichtufern, Buchten voller Teichrosen und alten Kiefernforsten. Viele geschützte Tier- und Pflanzenarten haben hier ein Refugium gefunden - Libellen, Ringelnattern, Rohrdommel und Fischotter, Orchideen oder der Erdbeerklee auf den Salzwiesen bei Storkow.

Heinz Sielmann wollte dieses „bezaubernde Fleckchen Erde“, wie er einmal sagte, behutsam für Wanderer und Radler erschließen. Das nahm er bis zu seinem Tod 2006 selbst in die Hand, danach hat seine Stiftung dieses Vorhaben bestens zu Ende gebracht. Auf gut befahrbaren Radwegen und Landstraßen kann man heute ab Storkow gemütlich die Seen umrunden und deren spektakuläre Naturlandschaft entdecken. Nur ab und zu holpert es ein wenig auf Wald- und Wiesenwegen.

Abwechslungen gibt es an der Strecke jede Menge, sodass sich diese Tour auch gut für Familien mit Kindern eignet. Mal schweift der Blick weit über menschenleere Natur, sodass man sich beinahe wie in der Wildnis Kanadas fühlt. Mal liegen Dörfer am Wegesrand, mit Pferdekoppeln und alten Linden am Anger. Dazu gibt es Bade- und Picknickplätze. Zwei Beobachtungstürme bieten beste Aussichten. Und wer sich an der Erlebnisfischerei Köllnitz ein Päuschen gönnt, kann das Panorama der Seen wie auf einer Großbildleinwand genießen.

Ausreichend in die Natur eingetaucht? Noch Lust auf eine kleine Zeitreise in vergangene Jahrhunderte? Das bietet diese Radtour auf der letzten Etappe durch Storkow. Es geht zur Burg, zum historischen Marktplatz und zur Zugbrücke über den Kanal sowie zu einer der höchsten Binnendünen Deutschlands.

Wer jetzt noch nicht genug geradelt ist, findet im Naturpark Dahme-Heideseen weitere Ausflugsziele, zum Beispiel auf dem Treidelweg am Storkower Kanal. Oder auf dem Oder-Spree Radweg vom Großen Storkower See zum Scharmützelsee.

An der Köllnitzer Fischerei. Foto: Christoph Stollowsky
An der Köllnitzer Fischerei.Foto: Christoph Stollowsky

Groß Schauener Seen

Gemütliche Tagestour mit Badestopps, Picknickplätzen, interessanten Ausstellungen und Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Länge: Rund 28 Kilometer, meist gut zu fahrende Radwege und kleinere Landstraßen. Für Familien geeignet

Start

Bahnhof Storkow. Verbindung ab Berlin-Südkreuz mit S-Bahn S46 bis Königs Wusterhausen. Von dort Regionalbahn RB36 bis Storkow. Nach links über die Gleise zur Schauener Straße.

KM 0,5

Von der Schauener Straße links auf den Feldweg und nach 100 Metern an der ­Gabelung rechts auf dem Feldweg Richtung ­Seeufer bis zum kreuzenden Radweg.

KM 1,4

Abstecher nach links zum Aussichtsturm. Von dort zurück und dem Oder-Spree-­Dahme-Radweg folgen bis Groß Schauen.

An jeder Ecke: Seeblick. Foto: Christoph Stollowsky
An jeder Ecke: Seeblick.Foto: Christoph Stollowsky

KM 2,2

In Groß Schauen links zum Dorfanger (Vogelzoo: Tierparadies & Papageienzuchtstation Rübesam, Dorfmitte 8, geöffnet Sa 8-18 Uhr, So 9-13 Uhr). Weiter geht es auf der Groß Schauener Hauptstraße zur Fischerei Köllnitz.

KM 3,7

Rechts liegt der Aalhof Gödicke, danach links geht's zur Fischerei Köllnitz. Am Fischereimuseum beginnt der ausgeschilderte Naturlehrpfad. An den Gabelungen im Bruchwald immer links ufernah halten bis zur Rechtskurve am Pappeleck.

KM 4,8

Dem Weg rechts ca. 350 Meter folgen. Am Abzweig nach links geht's zum Aussichtsturm Selchow. Vom Turm wieder zurück geht es ein kurzes Stück durch den Wald, bis ein Weg nach links zur Straße Richtung Selchow führt.

KM 5,5

Straße nach links bis Selchow folgen. Das Dorf über den Kirchanger durchqueren und auf der Landstraße bis Schwerin bleiben.

KM 10,9

Kurz nach der Ortsmitte erst rechts, dann links Richtung Dobrasee. Am Seeufer liegt ein idyllischer kleiner Badestrand.

Gut Wolchowsee. Foto: Tourismusverein Storkow
Gut Wolchowsee.Foto: Tourismusverein Storkow

KM 12,1

An der Wegkreuzung dem rechten Weg folgen (Richtung Kehrigk).

KM 12,8

Schräg links Richtung Bugk/Wochowsee. Schöne Badestelle am Bugker See direkt am Dorfeingang Bugk. Weiter auf der Dorfstraße bleiben bis zum Abzweig links Richtung Wochowsee.

KM 16,1

Der Straße nach links folgen; am Wegesrand weiden die Spring- und Dressur­pferde des Reiterhofs „Gut Wochowsee“. In Wochowsee lohnt eine Runde durchs Dorf, dann der Straße Richtung Storkow folgen.

KM 21,4

Scharfe Abbiegung nach links Richtung Storkow.

KM 22,9

Auf der Landstraße hinter den Gleisen links auf die Rudolf-Breitscheid-Straße, dieser folgen und rechts in die Burgstraße abbiegen. An der nächsten Kreuzung steht rechts die Burg Storkow mit Burgcafé, Touristinfo und Ausstellung über den Naturpark Dahme-Heideseen. Weiter auf der Burgstraße bis zur Reichenwalder Straße, nach rechts bis zum Restaurant „Alter Weinberg“.

KM 26,1

Gegenüber dem Lokal führt ein Weg links zur Binnendüne Waltersberge mit Naturlehrpfad und Ausblick auf Storkow. Zurück auf der Reichenwalder Straße und weiter auf der Heinrich-Heine-Straße zur holländischen Zugbrücke über den Storkower Kanal. Durch die Altstadt, vorbei an der neugotischen Pfarrkirche bis zum Marktplatz. Die letzte Etappe führt vom Markt über die Rudolf-Breitscheid- und Ernst-Thälmann-Straße zurück zum Bahnhof Storkow.

Burg Storkow. Foto: Tourismusverein Storkow
Burg Storkow.Foto: Tourismusverein Storkow

Tipps für die Region

Storkow

Storkow, 1209 erstmals urkundlich erwähnt, gehört zu den ältesten Städten der Mark und ist umgeben von Wäldern, Seen, Kanälen und Sümpfen des Naturparks Dahme-Heideseen. Ein Bummel durch die Altstadt mit Burg, Markt und Zugbrücke lohnt sich. Attraktionen sind u.a. die Salzwiesen und die Düne Waltersberge, eine der höchsten Binnendünen Brandenburgs.

Erlebniswelt Fischerei Köllnitz

Hier gibt es ein Fischereimuseum und eine Ausstellung der Heinz Sielmann Stiftung über die Tierwelt der Seenkette (9-17 Uhr). Vom Picknickplatz am Ufer blickt man herrlich aufs Wasser.

Wochowsee

Das Dorf (60 Einwohner!) ist bekannt durch sein gleichnamiges Gut, eine Trainingsstätte für Dressur- und Springreiter.

Essen & Trinken

Aalhof Gödicke & Köllnitzer Fischerstuben

Liegen in Sichtweite voneinander an der Groß Schauener Hauptstraße 31-56. Schwerpunkt: natürlich Fisch. Zu jedem Restaurant gehört ein Hofladen mit frisch geräuchertem Fisch.

15859 Storkow, www.aalhof-goedicke.de, www.koellnitz.de

Grafik: René Reinheckel / © OpenStreetMap-Mitwirkende
Grafik: René Reinheckel / © OpenStreetMap-Mitwirkende

Weitere Radtouren finden Sie in den Magazinen "Tagesspiegel Radfahren" und "Tagesspiegel Brandenburg".

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Groß Schauener Seen

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