Radtour : Vom Wannsee nach Potsdam

Vom Wannsee über die Glienicker Brücke bis ins holländische Viertel.

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Karte: ©OpenStreetMap-Mitwirkende

Streckenbeschreibung (13,2 km)

km 0 Der Weg zur Arbeit nach Potsdam oder zurück kann wie Urlaub sein – man muss eben nur den schönsten nehmen: von Wannsee nach Potsdam am See und der Havel entlang: Am Ufer des Berliner Hauptstadtdorfes nach Potsdam, der Hauptstadt der märkischen Dörfer. Und als Freizeittour hat der Weg den unschätzbaren Vorteil, dass man gut Essen und Trinken kann.

km 2 Und ab Kilometer 2: ein Stakkato der Sehenswürdigkeiten – das ist auch gut so, denn die Landschaft ist hier noch eine voller Häuser. 1.: Die Liebermann-Villa - das Sommerhaus des Malers Max Liebermann (1847-1837). Heute: Künstlerhaus mit Traumgarten und Museum, erkennbar am großen Schmiedetor. Die Nazis hatten das Haus des Malers einst konfisziert und wenige hundert Meter weiter einen unfassbaren Plan beschlossen: Im heutigen „Haus der Wannseekonferenz“ – dem Ort eines deutschen Tiefpunktes.

km 4,5 An der Pfaueninsel lohnt sich ein Abstecher, auch wegen der Geschichte: Friedrich Wilhelm II. hatte die Insel früh in sein Herz geschlossen und ist wohl auch hier zu seinem Beinamen gekommen: Der dicke Lüderjahn. Er hatte sich schon als 13-Jähriger mit seiner Freundin Wilhelmine Encke auf die Insel zu kleinen Abenteuern zurückgezogen – mit 15 bekam Wilhelmine das erste von fünf gemeinsamen Kindern. Die Insel hatte im 18. Jahrhundert noch den Namen: Caninchenwerder. Nach guten 8 Kilometern kommt das idyllische Wirtshaus Moorlake und aus dem Biergarten eröffnet sich der erste Blick auf einen Teil Potsdams: Das bezaubernde Sacrow mit seiner Heilandskirche.

km 8,5 Der Beginn von etwas ganz Herrlichem: Die Havel öffnet sich gen Potsdamer Welterbelandschaft gen Sacrow zur Rechten und Potsdams Jungfernsee in Front. Und je weiter sich der Uferweg gen links biegt in Richtung Schloss Glienicke und Glienicker Brücke, umso klarer wird, warum Potsdam so unwiderstehlich ist: Von Menschen modellierte und ausstaffierte Traumlandschaft. Nichts steht zufällig dort wo es steht. Blickachsen übers Wasser, von Park zu Park, von Schloss zu Schloss… Wir nähern uns Preußisch Arkadien und befahren es über die wohl innerdeutscheste Brücke überhaupt: die Glienicker Brücke, Grenze im geteilten Land, Austauschort für Agenten im Kalten Krieg. Für Hungrige Oldtimerfreunde: 100 Meter die Berliner Straße geradeaus liegt die Garage du Pont, eine alte Tankstelle, heute Restaurant mit Terrasse und Oldtimern.

km 10 Wir biegen an der Villa Schöningen rechts in die Schwanenallee, der man den ehemaligen Todesstreifen nicht mehr ansieht und radeln über den Hasengraben in den Neuen Garten, wo zur Linken eine der schönsten Badestellen liegt: die am Heiligensee, dem Kleinod mit dem Marmorpalais am einen Ufer und so bekannten Bewohnern wie Moderator Günther Jauch oder Designer Wolfgang Joop am anderen. Wir umrunden den See fast vollständig - müssen aber im Welterbe-Park teilweise schieben, was bei der Aussicht ein Genuss ist. Die Alte Meierei mit eigener Brauerei und Biergarten am Wasser ist ein Traum am Nachmittag und Abend.
Wir aber bleiben auf der Route. Bei Kilometer 12: das Marmorpalais und fahren vorbei an ersten holländischen Häusern im Neuen Garten und erreichen an der Seespitze die Gotische Bibliothek. Wir radeln geradeaus auf die Kurfürstenstraße, die uns nach wenigen Hundert Metern ans Ziel führt: zur Linken liegt das Holländische Viertel in der Innenstadt Potsdams, bei Kilometer 13,8.

Hier der Tipp: Fahrräder anschließen und das Viertel mit seinen kleinen Läden und Cafes zu Fuß erkunden und ebenso die Fußgängerzone der Brandenburger Straße und der Gutenbergstraße. Der Hauptbahnhof mit S- und Regionalbahnanschluss ist ein paar Minuten erreichbar. Auf dem Weg dorthin: das wieder aufgebaute Potsdamer Stadtschloss, die eigentliche, alte Mitte der Residenzstadt.

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