Radtour : Von Wesenberg nach Fürstenberg an der Havel

Die letzte Eiszeit hinterließ in der Region um Wesenberg eine Landschaft aus unzähligen Seen, dichten Wäldern und ausgedehnten Wiesengebieten. Auf unserer Tour durch die Kleinseenplatte besuchen wir Fischereihöfe, Rentiere und Nandus.

von
Grafik: René Reinheckel / © OpenStreetMaps Mitwirkende

Start Vom Bahnhof Wesenberg geht’s geradeaus über die Bahnhofstraße in Richtung der gut ausgeschilderten Burg Wesenberg. Das historische Wahrzeichen aus dem 13. Jahrhundert dient mit Touristen-information, Heimat- und Fischereiausstellung als erste Anlaufstation für Besucher. Von der Aussichtsplattform des Fangelturms überblickt man den ganzen Ort, der von den Ufern des Woblitzsees und dichten Wäldern umrahmt wird. Am Fuß der Burg liegen die Villa Pusteblume mit ihrer nostalgischen Blechspielzeugsammlung sowie der barocke Marktplatz mit Rathaus. Nicht weit davon entfernt ragen die im gotischen Baustil errichtete Kirche aus dem 14. Jahrhundert und eine alte Linde in die Höhe. Von der Burg geht’s entlang des Ufers in Richtung Neustrelitzer Chaussee, in die wir links einbiegen.

KM 1,5 Nach links bietet sich ein Abstecher zum Fischereihof der Familie Bork an, den wir bereits vom Fangelturm aus sehen konnten. Hier gibt’s unter anderem Fischbrötchen, die draußen an rustikalen Tischen verspeist werden können. Anschließend fahren wir in nordöstlicher Richtung heraus aus Wesenberg nach Below. Der Radweg dorthin verläuft entlang der B198 in Richtung Neustrelitz und ist frisch asphaltiert.

KM 5,6 Links geht’s in die Belower Straße, die uns zum Gourmethof Below von Rita Dubbe bringt. Fast alles, was es hier zu kaufen und zu essen gibt, stammt aus eigener Bioproduktion. Neben dem Restaurant gibt es einen Hofladen, in dem man sich mit Fruchtaufstrichen, Kräuterpesto, Wild- oder Rinderwurst und Likören aus heimischen Beeren eindecken kann. Anschließend geht’s auf dem gleichen Weg zurück bis fast zur Havel, hier links in Richtung Ahrensberg abbiegen. Die Straße verläuft streckenweise etwas holprig und sandig. Am schwersten fallen die 200 Meter Kopfsteinpflaster eine Anhöhe hinauf. Doch dann ist das Schlimmste auch schon geschafft und wir durchfahren ­Ahrensberg.

KM 15,3 Hinter Ahrensberg weichen wir kurz nach links von der Route ab, um eine Rast am zweiten Standort des Fischereihofs der Familie Bork einzulegen. Hier sitzt man idyllisch am Wasser, umgeben von Trauerweiden und vor der Kulisse von Norddeutschlands einziger noch erhaltener Hausbrücke. Anschließend geht’s auf der Straße weiter durch das kleine Örtchen Hartenland.

KM 20,8 Wir biegen links in Richtung des ehemaligen Angerdörfchens Priepert ab, das vom Ellbogensee im Süden und Großem Priepert-
see im Norden eingerahmt wird. Zahlreiche Ferienwohnungen und Campingmöglichkeiten laden dazu ein, länger in der Region zu bleiben. Von den Stegen des Yachthafens aus legen Motor-, Paddel- und Hausboote, ja sogar Floße ab. Auch der Badestrand »Zur Freiheit« mit
Beachvolleyballfeld und einer Insel verspricht sommerliches Vergnügen.

KM 22,0 Wir kehren um und folgen der
Straßenbeschilderung nach Strasen. Dort an-
gekommen bleiben wir auf der Prieperter Landstraße, die einen Bogen nach rechts macht, und fahren zur nächsten Station unserer Reise,
der Rentierfarm von Andreas und Conni Hoffmann. Mit dem liebevoll hergerichteten Samidorf wollen die beiden Skandinavien-Fans ein bisschen von der traditionellen Lebens-
weise der Samis vermitteln, einem indigenen Volk, das auf dem Gebiet des heutigen Lapplands lebt. Neben Rentieren züchtet das Ehepaar seit Kurzem auch Nandus,
eine südamerikanische, straußenähnliche Vogelart. Danach geht’s über die Prieperter Landstraße zurück, dann weiter geradeaus durch Strasen. Nach 200 Metern fahren wir rechts zu einer Badestelle. Anschließend geht’s weiter auf der Pelzkuhler Straße und dem Fürstenberger Weg, bevor wir nach wenigen hundert Metern rechts in Richtung Großmenow und Steinförde abbiegen. Der Naturcampingplatz am Ellbogensee in Großmenow ist beliebt bei Paddlern auf der Durchreise. Bei Steinförde überqueren wir die Steinhavel, weiter geht’s durch Steinhavelmühle in Richtung Fürstenberg an der Havel.

KM 38,8 Die Wasserstadt Fürstenberg an der Havel wurde auf drei Inseln zwischen Röblinsee, Baalensee und Schwedtsee errichtet. Auf den Nebenarmen der Havel lässt sich die Altstadt prima vom Boot aus erkunden. Mit dem Rad macht man am besten halt am Marktplatz. Die 1845 erbaute Kirche trägt mit ihrem hellen Backstein die Handschrift des Strelitzer Bauherrn Friedrich Wilhelm Buttel. Drinnen gibt es einen sieben Meter langen Batik-Wandbehang zu bestaunen. Mit der Wasserskulptur vor der Kirche haben zwei Künstler der landschaftsprägenden Kraft der Eiszeit ein Denkmal gesetzt. Im Stadtpark am Schwedtsee unterhalb des Schlosses lässt sich im Schatten der Bäume eine Rast einlegen. Das Stadtschloss ist bis 2017 wegen umfassender Modernisierungsarbeiten geschlossen. Die Porzellanausstellung, die normalerweise darin beheimatet ist, lädt nun in der Alten Remise im Schlosshof Besucher ein. Anschließend geht’s zurück zum Bahnhof, von dem bis spätabends stündlich Züge nach Berlin verkehren.

Essen & Trinken

Gourmethof Below. Das Restaurant des Biohofs öffnet an Wochenenden um 11 Uhr, unter der Woche um 17 Uhr. Im Sommer spielen auf der kleinen Bühne im Garten Bands, während auf dem Grill Spezia-litäten wie marinierte Leber brutzeln. 17255 Wesenberg OT Below, Belowerstr. 2, Tel. (039832) 265 82, gourmethof.de

Restaurant Am Yachthafen. Am Fuße des Stadparks gelegen, lädt das Restaurant mit Sonnenterasse und eigener Anlegestelle zur Stärkung ein. Breite Auswahl an heimischen und internationalen Gerichten, das Ganze zu vernünftigen Preisen. 16789 Fürstenberg/Havel, Unter den Linden 2, Tel. (033093) 608 30, yachthafen-restaurant-fuerstenberg.de

Weitere Radtouren finden Sie in den Magazinen "Tagesspiegel Radfahren" und "Tagesspiegel Brandenburg".

Mecklenburg_06.gpx.zip

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben