Fake-News auf Whatsapp : Polizei ermittelt Urheber von Terror-Gerücht

Kurz nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz warnte ein Berliner vor Angriffen auf Einkaufszentren. Dagegen ging die Polizei an den Feiertagen vor.

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Auch über WhatsApp können Fake-News viele Menschen erreichen - mit entsprechenden Folgen.
Auch über WhatsApp können Fake-News viele Menschen erreichen - mit entsprechenden Folgen.Foto: picture alliance / dpa

Die Berliner Polizei hat den Autor einer erfundenen Nachricht ermittelt, der Angst vor Terroristen geschürt hat. Der Mann warnte wenige Tage nach dem Anschlag am Breitscheidplatz in eine Fake-News über WhatsApp vor einer angeblichen Terrorzelle, die Anschläge auf Berliner Einkaufszentren plane und dabei insbesondere die Gropiuspassagen im Fokus habe. Nun gab er zu, dies erfunden zu haben, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Wörtlich heißt es in der Mitteilung, die die Polizei am Mittwochnachmittag auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte. "Letzten Freitag machte ein Gerücht auf Whatsapp die Runde. Innerhalb kürzester Zeit verbreitete es sich wie ein Lauffeuer. Wir hatten eine Menge Arbeit auf unseren Social Media Kanälen, dieses sinnlose Gerücht wieder einzufangen, welches mit dem ohnehin angeschlagenen Sicherheitsgefühl vieler Berlinerinnen und Berliner nach den Geschehnissen am Breitscheidplatz spielte."

Weiter heißt es in der Mitteilung: "Da versteht es sich doch von selbst, dass wir uns auch an den Feiertagen die Arbeit gemacht haben, den Absender dieses Fakes zu ermitteln. Unterstützt wurden wir dabei von Ermittlern unseres LKA und vielen irritierten Mitgliedern unserer Community. Dank der zahlreichen Hinweise auf den Koch dieser üblen Gerüchteküche wurde dieser an den Weihnachtsfeiertagen von unseren Kollegen des Staatsschutzes persönlich besucht. Die Geschichte dürfte ihm sprichwörtlich im Halse stecken geblieben sein. Er gab zu, sie frei erfunden zu haben.

Dementi auch via Twitter

Die Polizei ermittelt gegen den Mann wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Die mögliche Höchststrafe dafür liegt bei drei Jahren Gefängnis.

Bereits zwei Tage nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz hatte die Polizei in ungewohnt deutlicher Form eine Meldung der "Welt" dementiert, die unter Berufung auf angebliche Ermittlerkreise von der zeitgleichen Erstürmung zweier Wohnungen im Kreuzberger Möckernkiez berichtet hatte: "Das stimmt nicht. Gerüchte und Falschmeldungen im Netz helfen keinem. Sie gefährden unsere Kolleg. und den Einsatzerfolg", twitterten die Beamten am späten Abend - kurz nachdem die Meldung online gegangen war.

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