Berlin : Fakten & Zahlen

-

ANWENDUNGEN: Mit einem Herzkatheter sind sowohl die Diagnostik von Gefäßerkrankungen wie auch deren Behandlung möglich.

DIAGNOSTIK: Bei einer Koronarangiografie werden die Herzkranzgefäße durch ein über den Katheter eingespritztes Kontrastmittel auf Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht. Auf dem Röntgenbild zeichnet sich dann das mit dem Kontrastmittel gefüllte Gefäß für einige Sekunden ab. Dadurch sind verengte Stellen oder Verschlüsse lokalisierbar.

BEHANDLUNG: Verengungen oder Verschlüsse lassen sich mithilfe von

Spezialinstrumenten auf der Katheterspitze behandeln. Bei der Behandlung wird ein Katheter, an dessen Ende ein kleiner Ballon befestigt ist, über einen Führungsdraht bis zur betroffenen Stelle vorgeschoben. Durch Füllung des Ballons wird die Engstelle aufgeweitet. Entscheidend verbessert wurde das Verfahren durch die Einführung der Stent-Technik. Mit Stents, kleinen röhrenförmigen Metallgittern lassen sich verengte Abschnitte häufig dauerhaft offen halten.

ALTERNATIVE : bei einem „frischen“ Infarkt sind eine sofortige Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten, die ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß verstopft, auflösen können (= Lyse).

GEFAHREN: Die Koronarangiografie ist mit einem prozentual zwar geringen, aber im Einzelfall schwerwiegenden Risiko für bedeutende Komplikationen verbunden. Dabei nimmt das Risiko mit Alter des Patienten und Ausmaß der Erkrankung zu. Zu den ernsten Komplikationen gehören: Tod, Infarkt oder Schlaganfall. Zum anderen kann die Gabe des Kontrastmittels allergische Reaktionen hervorrufen oder die Nieren schädigen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich ein mit einem Stent stabilisiertes Gefäß durch Ablagerungen wieder verschließt. Deshalb wurden mit Medikamenten beschichtete Stents entwickelt. Diese kosten allerdings mehr als 1000 Euro pro Stück.

HÄUFIGKEIT: In Berlin finden die genannten Herzkatheter-Eingriffe zum größten Teil in Krankenhäusern statt. Im vergangenen Jahr waren das rund 30 000 Angiografien und 15 000 Behandlungen zur Gefäßerweiterung.

Allerdings nehmen Kliniken diese Eingriffe zunehmend ambulant vor. Auch niedergelassene Kardiologen führen diese Behandlungen in ihren Praxen durch: So sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung in Berlin 16 niedergelassene Ärzte für Herzkatheter- Untersuchungen zugelassen. Sie nahmen im vergangenen Jahr insgesamt 2000 dieser Diagnosen durch. Für die Herzkatheter-Behandlung sind zwölf Ärzte zugelassen, die 2005 rund 100 Behandlungen vornahmen. I.B.

0 Kommentare

Neuester Kommentar