Berlin : Falkenhagener Feld: Eltern sorgen sich um Grundschule

du

Die Eltern der knapp 400 Jungen und Mädchen, die gegenwärtig die Grundschule am Wasserwerk in der Pionierstraße besuchen, bangen um die Zukunft. Vor der geplanten Zusammenlegung mit der Sonderschule am Stadtrand wurde der Einzugsbereich so verkleinert, dass nicht einmal die vom Bezirksamt zugesicherte Erhaltung eines Klassenzuges gewährleistet sei, sagt Gesamtelternvertreterin Constanze Dunkel. Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) teilt diese Befürchtung nicht.

Sinkende Schülerzahlen hätten einen eigenständigen Fortbestand der Grundschule am Rande des Siedlungsgebietes Falkenhagener Feld gefährdet. Gleichzeitig sind die jetzt von der Sonderschule genutzten Räume an der Straße Im Spektefeld nur bedingt behindertengerecht. Und die benachbarte Martin-Buber-Oberschule sowie die Grundschule im Beerwinkel haben zusätzlichen Raumbedarf. Deshalb wollen Bezirk und Landeschulamt durch den Umzug zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Spätestens 2004 soll die Sonderschule in die Gebäude an der Pionierstraße umziehen, so Hanke. Geplant ist ein Kooperationsmodell, bei dem die Schule am Wasserwerk einzügig mit Integrationsklassen für behinderte und nichtbehinderte Kinder fortgeführt wird. Mit diesem Konzept ist man auch einverstanden, betont Constanze Dunkel. Aufgeschreckt wurde man jetzt durch die einem Schreiben des Stadtrates beigefügte Karte. Sie zeigt einen entgegen früheren Aussagen Hankes noch einmal drastisch reduzierten Einzugsbereich. Danach würden von den 42 Anmeldungen für das nächste Schuljahr gerade einmal sieben übrigbleiben, so die Elternvertretung. Zu wenig für die Bildung einer Klasse.

Befürchtet wird deshalb, dass die Grundschule, die gegenwärtig von der vierten bis sechsten Klassenstufe noch dreizügig geführt wird, abgewickelt werden soll. Schon jetzt würden Eltern ihre Kinder wegen der ungewissen Zukunft ummelden, sei auch mit der Abwanderung von Lehrern zu rechnen. "Da werden wir regulierend eingreifen", sagt Bezirksstadtrat Hanke. Der verkleinerte Einzugsbereich solle die Beschränkung auf einen Klassenzug gewährleisten. Gleichermaßen hätten Eltern aus dem gesamten Bezirk die Möglichkeit, ihre Kinder für die freien Plätze in den Integrationsklassen anzumelden. Das Interesse an den kleinen Klassen, die von einem Lehrer und einem Erzieher betreut werden, sei groß, wie die Erfahrung mit den beiden anderen nach diesem Modell arbeitenden Schulen zeige.

Bereits im Sommer wird mit dem behindertengerechten Umbau der Gebäude begonnen. Bis die Grundschule 2007 komplett einzügig ist, wird sich die Sonderschule auf ihre heutige Kapazität beschränken müssen, sagt Hanke. Erst danach könne das endgültige Konzept gefunden werden. "Wir wollen uns nicht unter Zeitdruck setzen lassen". Gleich nach den Osterferien will er den Elternvertretern und der schuleigenen "AG Zukunft" den aktuellen Planungsstand erläutern.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben