Berlin : Fall Kristina: 14-Jährige starb an Überdosis

Neue Erkenntnisse zum verbrannten Mädchen

Im Fall der im April tot aufgefundenen Kristina Hani aus Neukölln gibt es eine spektakuläre Wende: Die 14-Jährige war bereits tot, als sie von Unbekannten am 16. April im Park Thomashöhe in einem Koffer verbrannt wurde. Sie starb an einer Überdosis Drogen. Dies hatte das gerichtsmedizinische Endgutachten ergeben, das jetzt vorliegt. Um welches Rauschgift es sich handelte, gab die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Zuvor waren die Ermittler davon ausgegangen, dass Kristina bei lebendigem Leib in einen Koffer gepfercht und dann verbrannt wurde.

Trotz der bislang 380 Hinweise hat die Mordkommission noch keine Spur zu den Tätern. Auch rätseln die Ermittler immer noch, wo sich Kristina, die im Drogenmilieu verkehrte, in den letzten 24 Stunden vor der Tat aufhielt und mit wem sie zusammen war. Da nun klar ist, dass Kristina nach einem Drogenexzess starb, ist nicht ausgeschlossen, dass die Täter vor allem im Sinn hatten, Kristinas Leiche loszuwerden – um von dem gemeinsamen Drogenkonsum abzulenken. Chef-Ermittler Thomas Scherhandt wollte dies nicht kommentieren. „Vorstellen kann man sich alles“, sagte er.

Für entscheidende Hinweise ist mit Unterstützung privater Geldgeber mittlerweile eine Belohnung von 11 860 Euro ausgelobt worden. Die Polizei hofft, dass sich möglicherweise doch noch ein Tatzeuge oder Mitwisser aus dem Drogenmilieu meldet. Bislang sucht die Mordkommission nach zwei als Südländer beschriebenen Männern mit Basecap und Windjacke, die zur Tatzeit nahe dem Tatort an der Thomashöhe mit einem Rollkoffer gesehen wurden. tabu

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