Fall Mohamed und Elias : Mohamed wird in Berlin bestattet

Mohamed soll in Berlin beigesetzt werden. Auf Wunsch der Familie wird der Junge noch in dieser Woche nach islamischen Ritus beerdigt.

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Plüschtiere und Kerzen zum Gedenken an den ermordeten Elias wurden von Einwohnern in der Nähe seines früheren Wohnortes "Am Schlaatz" aufgestellt.
Plüschtiere und Kerzen zum Gedenken an den ermordeten Elias wurden von Einwohnern in der Nähe seines früheren Wohnortes "Am...Foto: dpa

Der vierjährige Mohamed, der vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt und kurz danach ermordet worden ist, wird noch in dieser Woche in Berlin beerdigt. Wo die Bestattung genau stattfindet, ist noch nicht klar. Allerdings steht fest, dass es eine islamische Beerdigung sein wird und die rituelle Waschung in der Sehitlik-Moschee in Neukölln stattfindet.

Das haben am Montag Unterstützer und Betreuer von Mohameds Mutter erzählt. Berlin als Bestattungsort sei als Symbol zu verstehen. „Die Mutter betrachtet Deutschland als ihre neue Heimat und möchte hier Wurzeln schlagen“, sagte Ilkin Özisik, der für die SPD im Abgeordnetenhaus sitzt. Özisik hat seinen Wahlkreis in Moabit und die Mutter sowie den Stiefvater von Mohamed nach eigenen Angaben schon während der Suche nach dem Kind betreut.

Wurzeln sind bedeutsames Thema

Die Frage nach den Wurzeln ist ein bedeutsames Thema. Denn die Mutter aus Bosnien, die noch zwei weitere Kinder hat, besitzt nur noch eine Duldung für vier Wochen. Rechtsanwalt Khubaib Ali Mohammed, der die Familie vertritt, möchte erreichen, dass die Mutter zumindest eine längerfristige, wenn möglich unbefristete Aufenthaltserlaubnis erhält.

Da sie möglicherweise als Zeugin im Prozess gegen Silvio S., der die Tat gestanden hat, aussagen muss, ist ohnehin damit zu rechnen, dass sie zunächst nicht abgeschoben wird. Die Mutter wird in dem Prozess als Nebenklägerin auftreten.

Der Schmerz wird noch kommen

Auch Vaja Marcone, die Workshops für Flüchtlingskinder anbietet, erzählte von Mohamed. Der Vierjährige nahm an einer Malgruppe in Reinickendorf teil, in der Nähe des Flüchtlingsheims, in dem er mit seiner Familie wohnte. Sie bezeichnete den Vierjährigen als „unheimlich wissbegierig“. Er habe „immer dabei sein wollen“ und schon ganz gut deutsch gesprochen.

Mutter und Stiefvater hätten sehr darauf geachtet, „dass ihre Kinder so schnell wie möglich integriert werden“. Die Familie lebt seit rund einem Jahr in Deutschland. Die Mutter hat noch ein Baby, das in Deutschland geboren wurde. Vaja Marcone ist überzeugt, dass die Mutter traumatisiert ist. Der eigentliche, tief greifende Schmerz über den Verlust ihres Sohnes werde erst noch kommen.

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