Berlin : Fall Zhukova: TV-Fahndung bringt Hinweis

Jörn Hasselmann

In den Fall der im Januar 2002 ermordeten Ukrainerin Yana Zhukova kommt Bewegung. Nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ gingen mehrere Hinweise zu der dort gezeigten Zeichnung eines ihrer Bekannten ein. Die Polizei will jetzt wissen, wer den Mann, dessen Namen sie kennt, an einem der beiden Tatorte gesehen hat. Sechs Wochen vor ihrer Ermordung war auf die Ukrainerin in der Charlottenburger Wielandstraße ein Handgranatenanschlag verübt worden. Die Fahrertür war über eine Schnur mit dem Sicherungssplint der Handgranate verbunden. Die Frau war stutzig geworden, als die Tür ruckte. „Das Werk eines Profis“, sagte ein Ermittler gestern.

Im Januar dann hatte der mutmaßliche Mörder in der Winterfeldtstraße auf die zweifache Mutter gewartet, war in den silbernen Geländewagen gesprungen und hatte Zhukova mit vorgehaltener Waffe gezwungen, 100 Meter weiter in die Frobenstraße zu fahren. Dort schoss er.

Die Ermittler vom Bereich für organisierte Kriminalität vermuten, dass Yana Zhukova von einem Auftragskiller erschossen wurde. Denn zwei Tage zuvor hatte die Frau bei der Zeugenvernehmung wegen des Anschlags angekündigt, „am Montag auszupacken“. Während die Polizei noch auf sie wartete, fand ein Anwohner sie mittags nach der Schneeschmelze in ihrem Auto – hingerichtet durch mehrere Kopfschüsse.

Yana Zhukova soll in Berlin enge Kontakte zu russischen Kriminellen vor allem aus der Autoschieberszene gehabt haben. Dies hatte sie der Polizei verheimlicht und jeglichen Schutz nach dem Anschlag abgelehnt. In den Jahren zuvor war sie laut Polizeiangaben in einige der spektakulärsten Kriminalfälle der Russenmafia verwickelt. So hatte sie im Jahr 2000 vor Gericht gegen den Mann ihrer erschossenen Freundin Stella K. ausgesagt. Zuvor war eine zweite Freundin von ihr ermordet worden.

Der auf der Zeichnung abgebildete, der Polizei namentlich bekannte Kaukasier ist 1,60 Meter groß, etwa 30 Jahre alt und von schmaler Statur. „Es kann sein, dass diese Person mit der Tat zu tun hat“, sagte ein Ermittler. Dieser Mann wusste immer, wo sich seine Bekannte aufhält. Bei beiden Anschlägen war Zhukova zuvor bei ihrer besten Freundin gewesen.

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