Fallstricke des Alltags : Darf man aus Zeitgründen per Mail einladen?

Einmal in der Woche fragen Sie Elisabeth Binder, wie man mit komplizierten oder peinlichen Situationen so umgeht, dass es am Ende keine Verstimmungen gibt: So kann's gehen.

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Ein Bekannter feiert demnächst seinen 70. Geburtstag. Seine etwa 50 Einladungen dazu verschickt er aus Zeitgründen und „weil es jetzt so üblich sei“ per E-mail. Macht er es richtig?

Tagesspiegel-Kolumnistin Dr. Elisabeth Binder.
Tagesspiegel-Kolumnistin Dr. Elisabeth Binder.Quelle: Tsp

Sabina, verwundert

Sie schreiben das Alter des Jubilars so leicht anklagend dazu, als müsse er es eigentlich besser wissen oder mehr Stil zeigen. Tatsächlich ist es aber doch gut, wenn man im erhöhten Alter moderne Kommunikationsmittel nutzt. Eigentlich verdient das Geburtstagskind also Lob. Ihre Bedenken sind dennoch berechtigt. Die Tatsache, dass Mails schnell und kostengünstig sind, hat zu einer für viele kaum bewältigbaren Flut geführt. Wenn sich unter all den ungewünschten Newslettern auch mal eine kostbare Einladung versteckt, dann besteht die Gefahr, dass sie gar nicht mehr wahrgenommen wird . Vielleicht verpasst der Geladene nur deshalb die Feier und ist am Ende traurig.

Nimmt man es einmal auf sich, den Geburtstag mit einem großen Fest zu begehen, sollte man schon die Einladung liebevoll inszenieren. Viel mehr Aufmerksamkeit bekommt der Gastgeber nämlich, wenn er sich die Mühe macht, schöne Einladungskarten zu drucken oder gar mit der Hand zu schreiben. Solche Umschläge liegen wie kleine Geschenke im Briefkasten, sie stacheln die Vorfreude an und bringen den Empfänger schon ganz von allein in festliche Stimmung. Aufgestellt vor dem Garderobenspiegel erinnern sie außerdem an die schöne Pflicht, ein Geschenk zu besorgen.

Natürlich ist das teurer, als eine Mail zu versenden, aber die Einladung ist bereits Teil des Festes, und das kostet ja schließlich auch.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen mit der Post (Der Tagesspiegel, „Immer wieder sonntags“, 10876 Berlin) oder mailen Sie diese an: meinefrage@tagesspiegel.de

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