Fallstricke des Alltags : Der Sonnenbrillen-Knigge

Einer Tagesspiegel-Leserin fehlt der Durchblick - sie fragt: Auch an sonnigen Tagen bin ich keine begeisterte Sonnenbrillenträgerin. Ich fühle mich damit in Gesprächssituationen unwohl. Gibt es Regeln?

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Er darf's bestimmt: Designer Wolfgang Joop trägt auch seine Sonnenbrillen immer stilsicher. Aber in welchen Fällen ist sie unpassend?
Er darf's bestimmt: Designer Wolfgang Joop trägt auch seine Sonnenbrillen immer stilsicher. Aber in welchen Fällen ist sie...Foto: Britta Pedersen/dpa

Regeln sind dort notwendig, wo das Gefühl für richtiges Verhalten nicht intakt ist. Das Unwohlsein, das Ihnen die Sonnenbrille in Gesprächssituationen bereitet, ist ja richtig. Das dunkle Ding steht wie eine Barriere zwischen Ihnen und dem Gesprächspartner. Oft genug sprechen die Augen mit und dies in ihrer eigenen Sprache.

Es kann freilich auch gute Gründe geben, die Brille aufzubehalten in einer Gesprächssituation. Wer bei gleißendem Sonnenschein bei einer Zufallsbegegnung auf der Straße anhält für einen kleinen Plausch, wer beim Ausflug in einem Gartenlokal sitzt, der hat gute Gründe, die Brille aufzubehalten.

Viele Menschen haben empfindliche Augen, die anfangen zu tränen, wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Krampfiges Blinzeln, um trotzdem ein bisschen Schutz zu haben, stellt ebenfalls eine Barriere dar, die nicht unbedingt geringer zu bewerten ist, als der dunkle Schirm einer Sonnenbrille.

Wer normalerweise eine Brille trägt, wird in der Sonne zudem ein Gestell mit geschliffenen dunklen Gläsern benutzen. Fühlt er sich veranlasst, die Brille dann abzusetzen, ist die Sehkraft unter Umständen erheblich beeinträchtigt.

Darüber kann man sich aber ganz locker verständigen. Wenn die Brille lediglich als Accessoire genutzt wird, sollte man sie wirklich absetzen. Und auf jeden Fall sollte man die Brille absetzen oder sie gegen eine mit klaren Gläsern tauschen, wenn man einen Raum betritt. Sonst hält man Sie am Ende noch für einen Filmstar. Oder einen potenziellen Gangster.

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