Fallstricke des Alltags : Muss ich "Herr Professor" sagen - oder "Herr Müller"?

Immer wieder sonntags fragen Sie Elisabeth Binder. Unsere Tagesspiegel-Kolumnistin findet eine Antwort.

von
Tagesspiegel-Kolumnistin Dr. Elisabeth Binder.
Tagesspiegel-Kolumnistin Dr. Elisabeth Binder.Quelle: Tsp

Wir treffen auf unseren Spaziergängen immer mal auf Würdenträger, auch ehemalige. Wie spricht man die eigentlich korrekt an? So wie bei offiziellen Anlässen? Oder ganz nachbarschaftlich mit Namen? - gefragt von Tagesspiegel-Leserin A.

Gerade bei Anreden ist ein Trend zur Vereinfachung zu beobachten. Trifft man einen Bischof oder Botschafter, wäre die korrekte Anrede „Exzellenz“. Allerdings fühlen sich inzwischen viele Leute wohler, indem sie einfach „Herr Botschafter“ oder „Herr Bischof“ sagen. Wenn Sie einen Professor treffen, sollten Sie den auch mit „Herr Professor“ anreden. Das kann einen konkreten Vorteil haben – wenn Ihnen der Nachname nicht einfällt. Besser ist aber die vollständige Anrede „Herr Professor Müller“.

Die Anrede „Frau Baronin“ kommt im wirklichen Leben nicht mehr vor. Die unkomplizierte Anrede würde hier „Frau von Müllerhaus“ lauten. Treffen Sie Graf von Meierhof, dann sollten Sie ihn mit Graf Meierhof anreden. Seit 1919 gelten in diesem Land Adelsbezeichnungen als Bestandteile des Namens, weshalb eine Prinzessin von Trollhofen ihren Vornamen immer vor dem alten Titel trägt, also Mira Prinzessin von Trollhofen. Ein Ex-Bundespräsident bleibt auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt noch „Herr Bundespräsident“. Das ist die protokollarisch korrekte Anrede. Bei einem Gespräch unter Nachbarn liegt es in Ihrem Ermessen, zwischen Namen und Ehrentitel zu variieren. Mindestens einmal sollte die alte Amtsbezeichnung sicher vorkommen. Manche finden es lässiger oder demokratischer, Titel grundsätzlich wegzulassen. Korrekt ist das nicht. Besser man findet heraus, wie jemand gerne angeredet werden möchte.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen mit der Post (Der Tagesspiegel, „Immer wieder sonntags“, 10876 Berlin) oder mailen Sie diese an: meinefrage@tagesspiegel.de

96 Ortsteile, 96 Bilder, 100 Prozent Berlin
Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...
» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

6 Kommentare

Neuester Kommentar