Berlin : Falsch verglichen?

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Was halten Sie von der Methode, Berlins öffentliche Ausgaben mit anderen Bundesländern zu vergleichen?

CDU

Sicher können solche Vergleiche erste Hinweise auf Einsparmöglichkeiten geben, aber man muss genau analysieren, wie die Zahlen zustande gekommen sind. Wurden wirklich alle Kosten in gleichem Maße erfasst? Die Alters und Sozialstruktur, Wirtschaftsdaten usw. müssen beachtet werden, um nicht falsche Schlüsse zu ziehen.

Das sind Fragen, um die sich Sarrazin vornehm drückt. Tatsächlich kann man die meisten seiner Vergleiche ohne nähere Prüfung mit guten Argumenten in Frage stellen.

FDP

Fast jeder Vergleich hat etwas Unstimmiges und manchmal auch Ungerechtes, weil die wenigsten Dinge gleich sind. So hat Hamburg nach 1945 eine völlig andere Entwicklung genommen als die Frontstadt Berlin mit Stacheldraht und Mauer. Vergleiche zeigen uns trotzdem, wohin die Reise gehen muss: Wenn die Berliner viel Geld in die Zukunft investiert haben wollen, z.B. in Schulen und Universitäten, dürfen wir auch nicht mehr für den öffentlichen Dienst ausgeben als andere Länder und Städte.

Die Grünen

Ein Leistungsvergleich der Bundesländer, das so genannte benchmarking, ist sinnvoll. Doch inzwischen sieht – am Ende von Sarrazins Vergleichen – ein Ausgabenüberhang wie der andere aus. Es kommt darauf an zu unterscheiden, was der Stadt nützt und was nicht. Geld für Bildung und Forschung macht Sinn, übermäßige Kosten für die Bürokratie schaden hingegen nur.

Über einen Zoobesuch freut sich der Mensch, aber die Verlustgarantie für die Bankgesellschaft bereitet allen Verdruss.

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